Sommerhitze

Hitzeschäden werden für Berliner Autofahrer zur Gefahr

| Lesedauer: 3 Minuten

Foto: Paul Zinken / dpa

Sengende Hitze - und kein Ende: Berlin ächzt unter hohen Sommertemperaturen. Auf den Straße entstehen gefährliche Löcher, Experten warnen vor Waldbränden - und die Zahl der Badeunfälle nimmt zu.

Der ADAC mahnt Auto- und Motorradfahrer zu besonderer Vorsicht wegen möglicher Hitzschäden an Straßen in Berlin und Brandenburg. Wegen der derzeit hohen Temperaturen könnten gefährliche Löcher in den Fahrbahnen entstehen, teilte der ADAC am Montag mit.

Beim Darüberfahren könne es einen Sprungschanzen-Effekt geben. Die Fahrer sollten daher den Sicherheitsabstand erhöhen und auf die Fahrbahn achten.

Wer solche Hitzelöcher sehe, sollte die Polizei benachrichtigen. Im Raum Berlin-Brandenburg sei besonders die Autobahn 114 anfällig für Hitzeschäden.

Ein ADAC-Experte erklärte, dass sich bei großer Hitze die Fahrbahnoberfläche ausdehne. Dabei entstehe eine große Spannung, die zum Bruch der Straßenoberfläche führen könne.

Das Wetter in Berlin immer aktuell - hier

Hohe Waldbrandgefahr in Berlin - Grillen und Rauchen strikt verboten

Die andauernde Hitze sorgt außerdem auch weiterhin für hohe Waldbrandgefahr in Berlin. Angesichts der Trockenheit haben die Berliner Forsten auf das Rauch- und Grillverbot in Wäldern, an Badeseen und Stränden der Havel hingewiesen.

Zur Gefahr könnten auch aus dem Auto geworfene Zigarettenkippen werden, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Montag mit. Vertrocknetes Gras und Reisig fingen schnell Feuer und könnten ganze Wälder in Flammen setzen.

Nach den Wetterprognosen könne die Brandgefahr nach zunehmen. Waldbrände seien keine Bagatelle, hieß es. Erholungslandschaften könnten verloren gehen. Auch ein erträgliches Stadtklima stehe auf dem Spiel. Wer derzeit im Wald raucht, müsse mit einem Bußgeld von mindestens 100 Euro rechnen.

Vor allem Männer durch Badeunfälle gefährdet

Nach zahlreichen Badeunfällen am Wochenende hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor allem Männer vor Leichtsinn im Wasser gewarnt. Beim Baden überschätzten Männer häufiger ihr Leistungsvermögen als Frauen, sagte DLRG-Sprecher Martin Janssen, am Montag in Berlin. Statistisch seien vier von fünf Badetoten männlich. Am Wochenende waren bundesweit 18 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen, die meisten davon Männer.

Hauptsächlich Männer könnten oft Wassertiefen, Strömungen und Verwirbelungen nicht richtig beurteilen. Dies gelte vor allem für junge Männer zwischen 15 und 28 Jahren. „Sie springen von Ästen und Brücken, ohne zu wissen, wie tief die Gewässer sind. Das endet oft tragisch“, sagte der DLRG-Sprecher. Gerade Flüsse hätten im Sommer Niedrigwasser und können somit keine sichere Wassertiefe zum Springen bieten.

Besonders gefährdet sei die Gruppe der Männer über 60 Jahren. Die Hitze und die deutlich niedrigere Wassertemperatur seien für ihre Körper schwerer zu vertragen. „Leichtsinn gepaart mit einem geschwächten Herz-Kreislauf-System führen häufig zu Herzversagen, Krämpfen oder schneller Erschöpfung“, sagte Janssen. Deswegen rate die DLRG, sich immer über eventuelle Gefahren an unbewachten Badestellen zu informieren und nicht alleine baden zu gehen.

Allein in Berlin und Brandenburg starben vier Männer im Wasser. Dazu gehörten ein 69-Jähriger im Grabowsee in Oranienburg (Oberhavel) und ein 60-Jähriger in der Havel bei Rathenow (Havelland).

Die schönsten Badestellen in Berlin und Umland - hier

( dpa/bee )