Sommerhitze

Hitze am Wochenende – Das sind die Tipps der Berliner Bäder

Die Hitzewelle kommt dieses Wochenende zurück nach Berlin. Die Bäderbetriebe in Berlin erwarten deswegen einen großen Andrang – und geben Tipps dazu, was sie beim Besuch beachten sollten.

Foto: Amin Akhtar

Der Sommer ist wieder da – und wie. Sonne satt und Lufttemperaturen bis 30 Grad sagt der Wetterbericht für das Wochenende in Berlin voraus. Auf mehr als 20 Grad hat sich das Wasser in Bädern, Seen und Flüssen bereits erwärmt. Die Bäderbetriebe stehen vor dem großen Ansturm, sie setzen mehr Bademeister, Reinigungskräfte, Sicherheits- und Aufsichtsmitarbeiter ein. „Das wird alles angepasst“, sagt Unternehmenssprecher Matthias Oloew. Um fast 100 Personen werde das Servicepersonal verstärkt.

Der größte Andrang ist im Strandbad Wannsee zu erwarten. Es ist die Nummer eins bei den Berlinern, gefolgt vom Prinzenbad in Kreuzberg. Danach, etwa gleichrangig auf der Beliebtheitsskala, kommen die Bäder in Neukölln, am Insulaner und Pankow, gefolgt vom Olympiabad. Trotz des Andrangs – im weitläufigen Strandbad Wannsee findet sich immer ein Platz. „Überfüllt ist es dort nie“, sagt Oloew.

Mit Warteschlangen an den Kassen sei jedoch zu rechnen. „Es sei denn, man ist so schlau und kauft sich eine Zehnerkarte. Die ist ja auch übertragbar, das heißt, man kommt auch mit Familie oder Freunde ins Bad, ohne langes Anstehen.“ Für Kinder ist der Ferienpass wichtig. „Damit ist das Schwimmen quasi unentgeltlich.“ Die Pässe gebe es auch noch an den Badkassen, so der Sprecher.

Sommerbad Gropiusstadt ist ein Geheimtipp

Oloew hat auch eine Empfehlung für die, die dort baden möchten, wo der Andrang voraussichtlich nicht so groß wird. „Ich würde das Sommerbad Gropiusstadt ausprobieren, das zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder in Betrieb ist. Es ist noch nicht so richtig in den Köpfen verankert, dass es wieder offen ist.“ Das Bad verfügt über ein 50-Meter-Becken, Ein- und Drei-Meter-Sprungbretter, Kinderrutsche, Planschbecken, außerdem ein Nichtschwimmerbecken, eine Liegewiese und einen Kinderspielplatz. Auch das Sommerbad Mariendorf an der Rixdorfer Straße kommt infrage. Es stehe in seiner Bekanntheit deutlich hinter dem Bad am Ankogelweg – zu Unrecht, meint Oloew, „denn es ist eine sehr schöne Anlage“, gelegen am Rand des Volksparks Mariendorf. Wer viel Platz auf der Wiese haben will, dem sei das Sommerbad Pankow empfohlen. „Da tritt man sich nie auf die Füße.“

Die Berliner haben eine große Auswahl. Neben den Sommerbädern listen die Bäderbetriebe elf Strandbäder auf ihrer Internetseite auf. Die meisten sind an private Betreiber vergeben. Auch sie bereiten sich auf den Ansturm der Gäste vor.

Seit sechs Jahren führt Bernd Leidig das Strandbad Wendenschloß in Köpenick, am Möllhausenufer 30. „Den ganzen Tag Sonne, sauberes Wasser und einen herrlichen Ausblick“, so beschreibt er das Areal an der Dahme. „Unser Bad liegt mitten im Wald.“ 25 Grad sei jetzt die Wassertemperatur. „Wenn das Wetter schön ist, dann wird es am Wochenende voll bei uns. Aber es gibt genügend Platz, der Strand ist groß.“ Wer allerdings einen Liegestuhl oder einen Strandkorb ausleihen wolle, „der sollte frühzeitig kommen“. Man kann auch Tischtennis spielen oder Volleyball, auch ein kleiner Kinderspielplatz ist da.

Kalifornische Trendsportart im Strandbad Jungfernheide

Auf viele Gäste stellt sich auch das Strandbad Jungfernheide, Jungfernheideweg 60, in Charlottenburg ein. Der Sandstrand werde täglich geharkt, erzählt Betreiber Axel Gleimann. Es sei ein eher ruhiges Bad, für Eltern, deren Kinder gern im Sand spielen. „Zum Relaxen, ohne große Action.“ Man könne jedoch einer kalifornischen Trendsportart frönen, dem „Stand-Up-Paddling“ . Die Boards werden verliehen. „Man stellt sich drauf und hat ein Paddle in der Hand.“

Wer Action sucht, kommt im Freibad Plötzensee, Nordufer 26, in Wedding auf seine Kosten. Kinder können sich auf dem Abenteuerspielplatz, der Wasserrutsche und Trampolinen austoben. Auf den Wiesen ist Platz für die, die gern Badminton und Frisbee spielen. Fußballbegeisterte finden einen Riesenkicker vor. Als ganz besondere Adresse hat sich das Strandbad Weißensee an der Berliner Allee 155 etabliert, mit Palmen am Ufer und Blick auf die Fontäne.

Sonnenuntergang und Palmen

Man kann den Sonnenuntergang im Liegestuhl genießen. Bis 22 Uhr sei ein Rettungsschwimmer im Strandbad, erzählt eine Mitarbeiterin. Mindestens bis 1 Uhr habe man derzeit geöffnet. Wenn es dunkel ist, sitzt man bei Kerzenschein am Seeufer. Gelegentlich gibt es Veranstaltungen im Strandbad. Am heutigen Freitag, um 21 Uhr, beginnt eine Zaubershow in der Jurte (Eintritt zehn Euro).

Auch die Bäderbetriebe bereiten für den Sommer noch einige besondere Aktionen vor. Fest steht bereits, dass es am 25. Juli im Olympiabad ab 20 Uhr ein Open-Air-Kino gibt. Teil 1 des Films „Hobbit“ wird gezeigt, am 22. August gibt es Teil 2. Schwimmen ist an beiden Tagen bis Mitternacht erlaubt.

Wer allerdings vor allem Sonnenbaden will, sollte auf seine Haut achten. Der Zehlendorfer Dermatologe Markus Krause: „Wer bislang ungebräunt war, der sollte sehr vorsichtig sein.“ Bei der Sonnenschutzcreme sei darauf zu achten, dass sie nicht nur gegen UVB- sondern auch gegen UVA-Strahlen schützt. „Wichtig ist auch, dass man ausreichend aufträgt. Die Faustregel sagt, eine haselnussgroße Menge für Gesicht und Hals.“ Menschen, die zu Allergien neigen, sollten Lichtschutzmittel mit ausschließlich physikalischen Filtern benutzen, empfiehlt Krause. Bei öffentlichen Bädern, mit gefliesten Böden und Gemeinschaftsduschen, gebe es außerdem die Gefahr, sich mit Fußpilz zu infizieren, so der Mediziner. „Deshalb sollte man Badelatschen tragen.“

Infos zu den Bädern, zu Öffnungszeiten und Preisen sind unter www.berlinerbaeder.de zu finden.