Verdacht

Schon wieder – Möglicher US-Spion im Raum Berlin enttarnt

Sicherheitskreisen zufolge ist möglicherweise ein weiterer US-Agent in Deutschland aufgeflogen. Im Großraum Berlin finden zurzeit Durchsuchungen statt.

Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Doppelagenten beim Bundesnachrichtendienst gibt es Sicherheitskreisen zufolge einen weiteren US-Spionagefall in Deutschland. Seit dem Morgen durchsuchten Beamte des Bundeskriminalamtes und der Bundesanwaltschaft Wohnung und Büro eines Beschuldigten im Großraum Berlin, hieß es am Mittwoch in Sicherheitskreisen, die damit einen Bericht von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR bestätigten.

Gegen ihn werde wegen des Anfangsverdachts geheimdienstlicher Tätigkeit für einen amerikanischen Nachrichtendienst ermittelt. Der Verdächtige soll im militärischen Bereich gearbeitet haben. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte Ermittlungen in seinem Ministerium. Zum Gegenstand wollte er sich jedoch nicht äußern.

Das Bundeskriminalamt wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben und verwies auf die Bundesanwaltschaft.

Nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ richtet sich der Spionageverdacht gegen einen Soldaten der Bundeswehr, der vor einiger Zeit durch intensive Kontakte mit mutmaßlichen US-Geheimdienstlern ins Visier des Militärischen Abschirmdiensts (MAD) geriet. Der MAD beobachtete demnach den Mann, der im Umfeld des Verteidigungsministeriums tätig sein soll. „Als ausreichend Hinweise vorlagen, wurde der Fall an die Bundesanwaltschaft abgegeben“, hieß es nach Informationen der Zeitung in Sicherheitskreisen.

Der Fall wird den Medien-Informationen zufolge von Insidern noch „ernster“ eingeschätzt als der Fall des in der vergangenen Woche verhafteten BND-Beamten, der für die USA unter anderem den NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags bespitzelt haben soll. Nach Angaben der drei Medien telefonierte der Chef des US-Geheimdienstes CIA, John Brennan, am Dienstagnachmittag mit dem Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt, Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche. Ein Sprecher der Bundesregierung wollte dazu zunächst nicht Stellung nehmen.