Berlin-Neukölln

Unbekannte reißen Mutter in U-Bahn ihr Handy aus der Hand

Die Männer hatten die Mutter im April am U-Bahnhof Grenzallee in Neukölln aus der U-Bahn gezogen, während sich ihre Kinder noch im Zug befanden. Jetzt sucht die Polizei mit Bildern nach den Tätern.

Unter Berliner Straßenräubern grassiert offenbar eine neue, besonders perfide Masche. Bei ihrer stetigen Suche nach Opfern, die es ihnen besonders leicht machen, nehmen die Täter immer häufiger Mütter ins Visier, die mit kleinen Kindern unterwegs sind. Und demonstrieren dabei ihre völlige Skrupellosigkeit. Nach zwei solchen Tätern fahndet jetzt die Polizei mit Fotos aus einer Überwachungskamera.

Die unbekannten Männer waren bei ihrer Suche nach lohnender Beute am Abend des 21. April in einem Zug der U-Bahn-Linie 7 in Neukölln unterwegs. Ihr ausgewähltes Opfer: eine junge Frau, unterwegs mit ihren beiden kleinen Kindern. Als der Zug gegen 18.45 Uhr im U-Bahnhof Grenzallee hielt, griffen die Täter zu. Kaum hatten sich die Türen geöffnet, stieß einer der Männer die völlig überraschte Frau aus dem Zug auf den Bahnsteig und griff dort blitzschnell nach dem Handy, das die Frau gerade in der Hand hielt. Sein Komplize sicherte derweil die Wagentür.

Die Frau reagierte so, wie es die Räuber offensichtlich erwartet und erhofft hatten. Ihre Sorge galt weniger ihrem Handy als ihren beiden Kindern, die sich nach dem Angriff des Duos plötzlich allein im Zug befanden. Nur darauf bedacht, schnellstmöglich wieder in die Bahn zu gelangen, bevor sich deren Türen schlossen, leistete sie nur ganz kurz Widerstand und überließ den Tätern dann ihre Beute.

Handys nicht für jedermann erkennbar mit sich tragen

Dass der dreiste Raub für das Opfer dennoch ein glückliches Ende fand, ist einem aufmerksamen Fahrgast zu verdanken, der sich im gleichen Wagen wie Täter und Opfer aufhielt. Er beobachtete das Geschehen und versuchte noch, die flüchtenden Männer aufzuhalten. Das gelang ihm zwar nicht, allerdings schuf er auf dem Bahnsteig ein derartiges Durcheinander, dass dem Haupttäter das Handy aus der Hand fiel. Es konnte daher der Eigentümerin kurze Zeit später zurückgegeben werden.

Die Polizei geht davon aus, dass die beiden Männer ihre Masche, ein Opfer aus dem Zug zu schubsen und dabei zu berauben, nicht zum ersten Mal praktizierten und die Gefahr besteht, dass sie weitere Taten auf diese Weise begehen. Daher fahndet die Raubkommissariat der Polizeidirektion 5 jetzt mit Bildern aus der Überwachungskamera im Zuginneren nach den Tätern und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer Angaben zur Identität der Männer und ihrem Aufenthaltsort machen kann, wird gebeten, sich unter der Telefon-Nummer 030-4664 573 100 an die zuständige Fachdienststelle oder an die Internetwache der Berliner Polizei zu wenden.

Zugleich rät die Polizei erneut, Handys oder andere Wertgegenstände auf öffentlichen Straßen, Plätzen oder in Bussen und Bahnen nicht unnötig für jedermann erkennbar zu tragen. Für Straßenräuber würden sie so leicht zu Opfern werden.