Unter Verdacht

Golfclub Wannsee von Steuerfahndern durchsucht

Staatsanwaltschaft und Finanzamt ermitteln gegen den ältesten Golfklub Deutschlands. Er steht unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung. Auch Mitglieder des Klubs stehen im Visier der Steuerfahnder.

Foto: Z1032 Arno Burgi / dpa

Steuerfahnder haben den Berliner Golfclub Wannsee durchsucht. Dies bestätigte der Golfklub-Geschäftsführer Yasin Turhal auf Anfrage. Hintergrund der Fahndung ist die laufende Ermittlung der Staatsanwaltschaft und des Berliner Finanzamtes für Fahndung und Strafsachen gegen den Golfklub wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.

Laut Turhal seien Beamte bereits am Montag in den renommierten Golfklub gekommen. Sie forderten Unterlagen aus den Jahren 2008 und 2009. „Wir haben die Unterlagen dann freiwillig zur Verfügung gestellt“, so Turhal. Weitere Details wollte der Geschäftsführer zunächst nicht mitteilen. Auch die Staatsanwaltschaft war bei der unangekündigten Durchsuchung dabei.

Zuwendungen von Neumitgliedern verdächtig

Der Verein am Wannsee ist der älteste Golfklub Deutschlands und zählt viele prominente Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft zu seinen Mitgliedern. Doch der Klub ist ein Verein, bei dem die Aufnahmegebühr nicht mehr als 1534 Euro betragen darf. Eine Mitgliedschaft ist jedoch begehrt – und dem Klub wird vorgeworfen, neben der Aufnahmegebühr hohe Zuwendungen von Neumitgliedern bei der Aufnahme akzeptiert zu haben. Diese sollen auf mehrere Beträge verteilt und als Spende getarnt geworden sein, um die Gemeinnützigkeit des Vereins nicht zu gefährden. Einige Interessenten sollen bis zu 20.000 Euro gezahlt haben.

Es soll auch gegen rund 170 Mitglieder ermittelt werden. Turhal sagte, die Zahlen seien „definitiv falsch“, der Geschäftsführer machte aber keine weiteren Angaben zu der Beteiligung von Mitgliedern. Nach Informationen der Berliner Morgenpost ist das Aufnahmeprozedere des Klubs intern umstritten. Es habe regelrechte „Spendenpläne“ gegeben, heißt es.

Die Senatsverwaltung für Finanzen lehnte jeden Kommentar bezüglich der Fahndung mit Hinweis auf das Steuergeheimnis ab.