Aufklärungstechnik

Drohnen begleiten Berliner Polizei immer häufiger im Einsatz

Kamera-Drohnen sind eine preiswerte Alternative zur Aufklärung aus der Luft durch Polizeihubschrauber: Von Verkehrsunfällen bis Tötungsdelikten setzt Berlins Polizei auf die kleinen Geräte.

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Verkehrsunfälle, Tötungsdelikte und Brandanschläge: Aus der Luft können sich die zuständigen Ermittler oftmals einen besseren und schnelleren Überblick über Tatorte und Unfallkreuzungen verschaffen, als am Boden. Immer häufiger setzt die Berliner Polizei aus diesem Grund auf technische Unterstützung und Aufklärung aus der Luft. In diesem Jahr haben die Ermittler bereits in den ersten fünf Monaten des Jahres zehnmal ihr „unmanned aircraft system - police“ (UAS-Pol), umgangssprachlich auch Drohne genannt, abheben und kreisen lassen. In den Jahren zuvor waren es elf und zwölf Einsätze im gesamten Jahr. Ausnahme war 2012: da kam es zu 19 Einsätzen. Das geht aus der Antwort einer schriftlichen Anfrage des Abgeordneten Benedikt Lux (Grüne) hervor. Seit der Anschaffung des rund 45.000 Euro teuren Fluggeräts im Jahr 2009 setzte die Polizei in 65 Fällen auf die Hilfe des „fliegenden Auges“.

„So, wie die Drohne derzeit von der Polizei als ermittlungsunterstützende Technik eingesetzt wird, macht das Sinn“, sagte der innenpolitische Sprecher der Grünen Lux. „Bei Demonstrationen sollen sie aber gar nicht eingesetzt werden.“ Lux möchte eine dauerhafte gesetzliche Grundlage dafür schaffen, dass das auch so bleibt. „Die Rechte Unbeteiligter müssen auf jeden Fall geschützt werden.“ Derzeit läge es noch im Ermessen der Polizei, die Drohne auch bei Demonstrationen und Versammlungen einzusetzen. In anderen Bundesländern würden Drohnen bereits zur Überwachung von Demonstrationen eingesetzt werden. In Berlin sei das auch aufgrund einer bestehenden Absturzgefahr verboten.

Im Einsatz über dem Mehringdamm

Das System liefert Tatortaufnahmen unter anderem zu Delikten der Schwer- und Schwerstkriminalität sowie Umweltdelikten. Das Fluggerät wird weiterhin für Videodokumentationen bei größeren Schadensereignissen und Katastrophen und zur Übersichts- und Detaildarstellung für die Einsatzplanung und Fluchtwegedokumentation eingesetzt, heißt es in der schriftlichen Antwort der Senatsverwaltung für Inneres. „Der Einsatz der Drohne ist teilweise eine preiswerte Alternative zum Polizeihubschrauber“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. „Zudem bietet sie zusätzliche Einsatzmöglichkeiten beispielsweise zwischen Häusern und in engen Straßen.“

Der fliegende Metallring mit einem Durchmesser von einem Meter fliegt mithilfe von vier Elektromotoren, an denen Rotorblätter befestigt sind. Aus Höhen bis zu 50 Metern werden Fotos gemacht, die dann am Computer ausgewertet werden. Zum Einsatz kam das Fluggerät beispielsweise bei einem Verkehrsunfall Anfang März, als ein Gefangenentransporter mit einem Renault auf der Kreuzung Mehringdamm und Tempelhofer Ufer in Kreuzberg zusammen gestoßen war. Um die Luftaufnahmen zu ermöglichen, mussten der gesamte Kreuzungsbereich und auch die U-Bahnlinie 1, die dort oberirdisch fährt, gesperrt werden.