Oranienplatz

Infozelt der Flüchtlinge abgebrannt - Zwei Täter gesucht

Unbekannte haben am frühen Donnerstagmorgen die Zeltkonstruktion in Brand gesetzt. Nach der Tat wurde zwei flüchtende Verdächtige im Alter zwischen 14 und 16 Jahren beobachtet.

Foto: Ole Spata / dpa

Das Informationszelt der Flüchtlinge auf dem Oranienplatz in Kreuzberg ist am Donnerstagmorgen in Flammen aufgegangen. Ein Passant und mehrere Teilnehmer der Mahnmache am Oranienplatz hatten am frühen Morgen gegen 4.50 Uhr das Feuer bemerkt und die Polizei sowie die Feuerwehr alarmiert. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war das Zelt schon fast vollständig ausgebrannt. F

euerwehrleute löschten die Flammen. Die Behörden vermuten Brandstiftung. Anwohner hätten kurz nach Ausbruch des Feuers zwei flüchtende Jugendliche mit südländischem Aussehen beobachtet, teilte die Polizei mit. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand.

Der Polizeiliche Staatsschutz und ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes haben die Ermittlungen übernommen. Innensenator Frank Henkel (CDU) bestätigte den Verdacht der Brandstiftung. Es gebe Zeugen, die flüchtende 14- bis 16-Jährige beobachtet hätten, sagte Henkel am Donnerstag im Abgeordnetenhaus und konkretisierte damit das Alter der möglichen Täter. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Tat während der Wachablösung der Polizei?

Die Grünen fragten nach, wie unbemerkt von der Polizei das Zelt in Brand gesteckt werden könne, da die Polizei doch ständig auf dem Oranienplatz präsent sei. Sie wollten wissen, ob es zuträfe, dass es während einer Wachablösung der Beamten vor Ort passiert sei. Das könne er nicht bestätigen, sagte Henkel, da es ihm nicht bekannt sei. Ausschließen könne er das aber auch nicht, sagte der Senator.

Das Zelt war Teil einer Vereinbarung von Senat und Bezirksamt mit den Flüchtlingen, die im April zur friedlichen Räumung des Oranienplatzes nach anderthalb Jahren Besetzung beigetragen hatte. In dem Zelt wurde seitdem über die Flüchtlingsproblematik informiert. Eine Debatte über die Zukunft der ehemals auf dem Platz campierenden Flüchtlinge war am Donnerstag ebenfalls im Abgeordnetenhaus geplant.

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