Sommer-Staustellen

Ab Freitag wird wieder auf der Stadtautobahn A100 gebaut

Auf der Berliner Stadtautobahn A100 und der A111 wird es in diesem Sommer zu Einschränkungen kommen. Vor und während der Sommerferien müssen sich Autofahrer auf Umleitungen und Staus einstellen.

Foto: Matthias Balk / dpa

Selbst die Verkehrsexperten des Senats können sich nicht erinnern, dass es so etwas schon einmal gegeben hat. Aber nun ist es passiert: Dem heißen Wetter der letzten Tage mussten auch die Berliner Straßen Tribut zollen. Auf der A114 in Pankow brach am Pfingstsonntag der Straßenbelag auf – „Hitzeaufbruch“ nennen Insider das. Für Autofahrer ist es schlichtweg gefährlich. Die Fahrbahn wurde umgehend einspurig gesperrt, in der Nacht zum Donnerstag sollte wegen Reparaturarbeiten sogar die gesamte Strecke zwischen Bucher Straße und Schönerlinder Straße nicht befahrbar sein. Bis zum Wochenende müssen Autofahrer noch mit einer Spur auskommen.

Eine „unvorhersehbare Hauruck-Aktion“ nennt Lutz Adam, Leiter Tiefbau bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die Maßnahme auf der A114: „Mit so etwas muss man aber leider immer rechnen.“ Weniger Hauruck, sondern wohl überlegt ist hingegen das, was der Senat auf den Autobahnen im Westens Berlins vorhat. Dort kommt es zu zahlreichen Baumaßnahmen, Autofahrer müssen sich auf Staus und Umleitungen einstellen. Denn nicht alle der Arbeiten, die das Land Berlin sich insgesamt rund eine Million Euro kosten lässt, können während der verkehrsärmeren Sommerferien stattfinden. Los geht es bereits am Freitag, die letzte Baustelle schließt erst Ende August. „Es wird zu erheblichen Beeinträchtigungen und Staus kommen“, prognostiziert Jörg Becker vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) Berlin-Brandenburg.

Bis zu 200.000 Autos am Tag

Betroffen ist vor allem die Stadtautobahn A100 am Dreieck Funkturm. Mit bis zu 200.000 Fahrzeugen pro Tag verlaufen dort die meist befahrenen Streckenabschnitte Europas. Dementsprechend stark belastet ist der Asphalt. Auf dem Zubringer von der A100 zur A115 (Avus) in nördlicher Fahrtrichtung wird dieser nun auf einer Tiefe von 13 Zentimetern komplett ausgetauscht.

Die Folge: Von Freitagabend, 20 Uhr, bis Montagmorgen um 6 Uhr ist die Strecke komplett gesperrt. Die offizielle Umleitungsstrecke verläuft über die Anschlussstelle Kaiserdamm, wo die Ampelschaltung an der Kreuzung für diese Maßnahme angepasst wird. Rund 12.000 Autofahrer nutzen den Zubringer jeden Tag. „Ich bin froh, dass diese Strecke nur an diesem einen Wochenende gesperrt ist, außerhalb der Arbeitszeiten hält sich das Verkehrsaufkommen im Rahmen“, sagt Becker.

Pünktlich nach Wiedereröffnung des A115-Zubringers wird am Dreieck Funkturm weitergearbeitet – in diesem Fall aber zehn Wochen. Die Halenseestraßenbrücke Ost, die auf Höhe des Bahnhofs Westkreuz zahlreiche S-Bahnanlagen überspannt, ist mit 53 Jahren nicht mehr die jüngste. Schon in der Vergangenheit mussten mehrfach Asphaltschäden beseitigt werden. Jetzt holt der Senat zur Rundumerneuerung aus. Diese erfolgt in drei Bauabschnitten, dabei bleibt je einer der drei Fahrstreifen erhalten. „Der öffentliche Personennahverkehr wird nicht beeinträchtigt, die Spur ist breit genug für die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe“, sagt Adam. Auch die Fahrbahn vor und hinter der Brücke wird erneuert. Für Fußgänger und Radfahrer soll es kaum Einschränkungen geben.

Kein Glatteis mehr im Winter

Wegen Abdichtungsarbeiten vollständig gesperrt wird dafür die Ausfahrt Messedamm, die in Hauptverkehrszeiten bis zu 870 Fahrzeuge pro Stunde auf die Brücke führt. Wie schon während der Sperrung des Avus-Zubringers soll hier stattdessen über die Ausfahrt Kaiserdamm gefahren werden. Der ADAC befürchtet, dass sich der Verkehr jedoch bis auf die A100 zurückstauen könnte. „Es empfiehlt sich, die Autobahn schon an früheren Ausfahrten wie dem Hohenzollerndamm oder dem Kurfürstendamm zu verlassen“, sagt Becker.

Mit Ferienbeginn am 9. Juli macht auf der A111 eine weitere Baustelle auf. Im Norden Charlottenburgs unterquert die Autobahn den Heckerdamm in einem Trog und verbindet die A100 mit der Anschlussstelle Flughafen Tegel. Immer wieder drang dort in der Vergangenheit Grundwasser auf die Fahrbahn, was im Winter zu Glatteis – und Unfällen führte. Dort soll nun mit dem Einbau von Drainageleitungen das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert und überschüssiges Wasser abgeleitet werden. Das erfordert unter anderem ein Absenken des Grundwasserspiegels um einen Meter – was bis zu einer Woche dauern kann. In beiden Richtungen bleiben zwei Spuren erhalten, sie werden in südlicher Richtung aber über den westlichen Kurt-Schumacher-Damm geführt. Der ADAC rechnet für die sechs Wochen trotz Ferienzeit mit erheblichen Staus. Schließlich staut es sich an dieser Stelle auch dann, wenn nicht gebaut wird.