Public Viewing

Vermutlich Union-Fans stehlen Sofas aus der Alten Försterei

40 Personen sind am Sonntag in das Stadion An der Alten Försterei eingedrungen und haben Sofas einer Public-Viewing-Aktion zur Fußball-WM weggeschafft. Die Täter sollen aus den eigenen Reihen kommen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Aus bisher unbekannten Gründen hat sich Sonntagfrüh eine größere Menschengruppe, die zum Teil maskiert war, unbefugt Zutritt zum Gelände des Stadions An der Alten Försterei in Köpenick verschafft.

Gegen 6.30 Uhr rüttelten die rund 40 Personen am Eingangstor an der Straße An der Wuhlheide, bis dieses nachgab, und liefen dann in einen Fanblock. Dort trugen sie mehrere Tische und drei Sofas zum Ausgang und warfen sie anschließend in das Gewässer der Wuhle. Dann flüchtete die Gruppe in Richtung Pyramidenbrücke.

Ein Mitarbeiter, der das Geschehen bemerkte, alarmierte die Polizei. Eintreffende Beamte begaben sich in den nahegelegenen Mellowpark, wo einer der Randalierer wiedererkannt wurde. Nach der Personalienfeststellung des 28-Jährigen konnte er seinen Weg fortsetzen. Videoaufzeichnungen wurden gesichert und der Polizei übergeben. Die Ermittlungen dauern an.

Platz für 750 Sofas und 12.000 Fans

Im Stadion an der Alten Försterei startet zur Fußball-Weltmeisterschaft eine Public-Viewing-Aktion, bei der Fußball-Fans ihre eigenen Sofas mit ins Stadion bringen können - um dann die Spiele auf einem rund 700 Zoll großen TV-Gerät zu gucken. Insgesamt 750 Sofas und 3000 Personen finden auf diese Weise im Stadion Platz. 9000 Fans haben zudem noch auf Rängen und der Tribüne Platz.

Finanziert wird die geschätzt 400.000 Euro teure Veranstaltung ausschließlich von Sponsoren. Eintritt wird von den Sofa-Eignern nicht verlangt. Von ihnen erhofft sich Union über das Catering Einnahmen. So wie bei jedem normalen Fußballspiel in der Alten Försterei auch.

Täter sollen aus den eigenen Reihen kommen

Das Public Viewing im Stadion kommt nicht bei allen Union-Fans gut an. Es wird vermutet, dass die Täter aus den eigenen Reihen kommen.

"Wir wissen, wer die Täter waren, und können deren Gründe und Motive einordnen. Wir werden intern darüber befinden, wie wir damit umgehen. Eins wissen wir aber jetzt schon: Wir werden nicht akzeptieren, dass das Eigentum des Vereins, der Stadion AG, oder Privateigentum in unserem Stadion vorsätzlich Schaden zugefügt wird", erklärte Dirk Thieme, Vorstandsvorsitzender des "An der Alten Försterei" Stadionbetriebs AG, nach den Vorkommnissen.

"Eine übergroße Mehrheit der Union-Anhänger und Berliner freut sich auf das WM-Wohnzimmer. Diesen sehen wir uns als Veranstalter verpflichtet", machte Thieme deutlich.

Die Besitzer der drei ins Wasser geworfenen Sofas haben mittlerweile trockenen Ersatz von den Organisatoren bekommen.