Prozess

Berliner gesteht Porzellan-Diebstahl aus Berliner Schloss

Ein 27 Jahre alter Wachmann hat Teller, Tassen, Schalen und Figuren mit einem Gesamtwert von rund 260.000 Euro aus dem Berliner Schloss Charlottenburg entwendet.

Foto: Paul Zinken / dpa

Ein 27-Jähriger hat nach dem Diebstahl von hochwertigem Porzellan aus dem Berliner Schloss Charlottenburg vor dem Amtsgericht ein Geständnis abgelegt.

Er habe während seiner Dienstzeit als Wachmann im Januar und Februar 2013 sechsmal Teller, Tassen, Schalen oder Figuren aus dem Depot entwendet, gab der Angeklagte am Dienstag zu Beginn des Prozesses zu. Laut Anklage stahl er 98 Einzelstücke im Gesamtwert von rund 260.000 Euro.

Die Exponate habe er gemeinsam mit seiner Verlobten an Antiquitätenhändler verkauft, sagte der Wachmann. Aus dem Diebesgut hätten sie einen Erlös von knapp 13.000 Euro erzielt. Sie hätten damit Schulden begleichen wollen. Auch die mitangeklagte Verlobte gab die Vorwürfe zu.

Am 20. Februar 2013 waren zahlreiche Diebstähle musealer Porzellane aus dem Schloss Charlottenburg festgestellt worden. Die Ermittlungen führten damals zu dem Wachmann, der 22 Jahre alte Lebensgefährtin und deren Schwester (24). Nach Durchsuchungen und der Festnahme der drei Tatverdächtigen konnte ein Großteil des Diebesgutes und des Verkaufserlöses sichergestellt werden.

Das für die preußische Königin Sophie Charlotte (1668-1705) errichtete Schloss in Berlin gehört heute zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Zu sehen ist dort – neben kunstvollen Porzellan – unter anderem eine der größten Sammlungen französischer Malerei des 18. Jahrhunderts.