Marzahn

Explosion in Biesdorf - 40 Wohnungen unbewohnbar

Am Freitagmorgen hat es eine Explosion in einem Hochhaus am Buckower Ring gegeben. 40 Wohnungen sind nun unbewohnbar. Sechs Personen wurden verletzt, darunter auch ein Feuerwehrmann.

Ein 24 Jahre alter Mann hat am Freitagmorgen in einem Mehrfamilienhaus im Ortsteil Biesdorf vermutlich mit Gaskartuschen hantiert und dabei eine Explosion ausgelöst. Seine Wohnung im achten Stock des elfgeschossigen Hauses brannte komplett aus, der Mieter wurde mit schweren Brandverletzungen in das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) nach Marzahn gebracht. Vier weitere Bewohner des Gebäudes am Buckower Ring im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und ein Feuerwehrmann wurden ebenfalls verletzt. Alle Mieter des Hauses mussten von der Feuerwehr evakuiert werden und wurden am Vormittag zunächst in einer Kita untergebracht. Nach Informationen dieser Zeitung sind 44 Wohnungen in dem Hochhaus derzeit unbewohnbar.

Nach ersten Ermittlungen soll der Mieter in seiner Wohnung mit Gaskartuschen hantiert haben. Das führte zu der folgenschweren Explosion. Nachbarn soll der verletzte Mann noch erzählt haben, er habe nur ein Feuerzeug mit Gas gefüllt und sich anschließend eine Zigarette anzündet. Dabei sei es zu der Explosion gekommen. Dieser geschilderte Unfallhergang konnte am Freitagabend von der Feuerwehr allerdings nicht bestätigt werden.

Treppenhaus beschädigt

Die umliegenden Wohnungen, das Treppenhaus sowie der Aufzug wurden durch die Verpuffung und den anschließenden Brand stark beschädigt. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers sah es nach einer ersten Begehung danach aus, dass nur die Wohnungen auf der achten Etage und die darüber liegenden Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Doch dann wurde klar, dass durch das Löschwasser auch die darunter liegenden Wohnungen zum Teil zerstört wurden. „Das Haus ist derzeit wegen starker Beschädigungen und abgestellter Versorgungsleitungen nicht bewohnbar“, teilte die Polizei am Nachmittag mit.

Alle 44 Wohnungen des Hauses wurden von der Bauaufsicht aus Sicherheitsgründen bis mindestens kommenden Montag gesperrt. Gutachter und Statiker hatten sich nach einer ersten Begehung zu diesem Schritt entschlossen. Bei weiteren Untersuchungen soll der Gesamtzustand des Hauses geprüft werden. Es habe durch die Explosion doch erheblich größere Schäden gegeben als bisher angenommen, heißt es.

Ein Schild in russischer und in deutscher Sprache an der Eingangstür weist auf die Sperrung hin. Das Haus wurde offiziell versiegelt, das Betreten ist verboten. Im gesamten Haus wurden Strom und Wasser abgestellt. Die Bewohner des Gebäudes wurden dann am Nachmittag in einem nahe gelegenen Heim für Flüchtlinge untergebracht. Ihnen sollten noch am Freitag Nahrungsmittel und etwas Geld vom Sozialamt zur Verfügung gestellt werden.

Türen springen auf

Der erste Anruf erreichte die Feuerwehr gegen 8.20 Uhr. Gemeldet wurde zunächst eine Explosion in einem Haus am Buckower Ring in Biesdorf. Die ersten Einsatzkräfte rückten aus – doch dann kamen noch mehr Anrufe. Diesmal wurden Verletzte gemeldet. Rettungskräfte wurden losgeschickt. Fast gleichzeitig wurde auch noch ein Brand gemeldet.

„Es hat richtig doll geknallt. Meine Tür ist aufgesprungen und es hat jemand nach Hilfe gerufen“, beschreibt Isa Mirsch den Moment der Verpuffung. „Mein Mitbewohner ist sofort nach oben in die achte Etage gerannt und hat geholfen, den Verletzten aus der Wohnung zu holen.“ Dabei sei es mehrfach zu kleineren Explosionen gekommen. „Es hat stark nach Gas gerochen“, sagte die Mieterin weiter. „Ich habe meine Kleine angezogen und wir sind sofort nach unten und haben das Haus verlassen.“ Ein Mieter aus der zweiten Etage ist von der lauten Explosion geweckt worden. „Ich bin mit einem riesigen Schrecken wach geworden“, sagte Walter Marquardt. „Ich habe mich angezogen und bin sofort raus aus dem Haus. Ich hatte ja keine Ahnung, was genau passiert ist.“ Ein anderer Nachbar wurde ebenfalls durch den lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. „Glücklicherweise bin ich wach geworden“, sagte er. „Sonst hätte ich nicht bemerkt, dass es auf meiner Etage brennt.“

Am Ende war ein Großaufgebot von fast 100 Einsatzkräften der Feuerwehr vor Ort. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die Feuerwehr konnte die Flammen schließlich schnell unter Kontrolle bringen. Die Wohnung des 24-Jährigen brannte komplett aus. Die Druckwelle, die von der Verpuffung ausgelöst wurde, war offenbar so heftig, dass die Wohnungstür und mehrere Fenster aufgedrückt wurden. Glasscherben flogen fast hundert Meter durch die Luft. Eine Schere landete im Sand eines nahe gelegenen Spielplatzes. Zwei weitere Wohnungen im achten Stockwerk wurden ebenfalls durch das Feuer beschädigt.

Das Brandkommissariat des Landeskriminalamtes hat die weiteren Ermittlungen übernommen.