Sirene

Amerikanischer Heulton „Yelp“ für 430 Berliner Polizeiautos

Vor 14 Jahren wollte die Innenministerkonferenz mehr Sicherheit für Polizisten. Sie sollten Autos anhalten können, ohne sie zu überholen. Nun erreicht das neue Signal die deutschen Bundesländer.

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Die Berliner Polizei rüstet 430 Streifenwagen mit dem zusätzlichen Heulton „Yelp“ aus. Kombiniert mit einem roten Blitzlicht soll das extrem laute Signale (Yelp = engl. Jaulen) Autofahrern künftig deutlicher als bisher zeigen, dass sie für eine Kontrolle anhalten müssen. Die Umstellung der Software bei den Polizeiautos dauere von jetzt an drei Monate und koste insgesamt nur 5500 Euro, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt am Mittwoch bei der Vorstellung des akustischen und optischen Signals.

Innensenator Frank Henkel (CDU) betonte: „Das Signal nützt einer klaren, unmissverständlichen Kommunikation zwischen Polizei und Bürgern.“ Polizisten müssen Autos jetzt nicht mehr überholen, um sie anzuhalten. Das diene der Sicherheit der Beamten, sagte Henkel. Die Leuchtschrift „Stop Polizei“ oder „Bitte folgen“ auf dem Dach des Polizeiautos wurde häufig von Autofahrern im Rückspiegel übersehen.

Braucht ein Polizist allerdings freie Fahrt zum eiligen Einsatz, schaltet er weiterhin Blaulicht und „Tatütata“ ein.

Seit August 2013 gibt es für das neue Signal, das an amerikanische Krimis erinnert, eine bundesweite Rechtsgrundlage. Die Innenministerkonferenz hatte einen ersten Beschluss dazu bereits im Jahr 2000 verabschiedet. Dann folgten Testphasen, Überarbeitungen sowie technische und juristische Debatten, bis mehrere Bundesländer jetzt nach und nach den „Yelp“-Ton einführen.