Berlin-Buch

Chef des Max-Delbrück-Centrums wechselt nach Jena

Der Pharmakologe Walter Rosenthal wird Präsident der Universität in Jena und verlässt das Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin in Berlin-Buch. Der Wechsel überrascht viele Mitarbeiter.

Foto: Massimo Rodari

An der Spitze einer der wichtigsten Wissenschaftseinrichtungen Berlins zeichnet sich ein Wechsel ab. Walter Rosenthal, Vorstandsvorsitzender des Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch, wird Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Universitätsrat in der thüringischen Stadt wählte den Pharmakologen am Freitag an die Spitze der Hochschule.

Am MDC in Buch war die diskret vorgetragene Bewerbung des wissenschaftlichen Vorstandes den meisten Mitarbeitern verborgen geblieben. Dass sie nun in nächster Zukunft einen neuen Chef bekommen werden, überrascht viele auf dem Campus im Berliner Norden. In der Berliner Wissenschaftslandschaft reißt der Weggang Rosenthals eine Lücke.

Seit 2009 war der Professor wissenschaftlicher Vorstand des maßgeblich vom Bund und zu zehn Prozent von Berlin finanzierten Elite-Instituts mit 1400 Forschern und anderen Mitarbeitern. Unter Rosenthals Regie rückte das MDC auf der Rangliste der 20 weltweit besten Institute im Bereich Molekularbiologie und Genetik auf Platz 14 vor. Zahlreiche Top-Wissenschaftler aus aller Welt sind ans MDC gekommen. Seit einem halben Jahr ist Rosenthal auch Sprecher des Clusters Gesundheitswirtschaft Berlin-Brandenburg und damit Repräsentant der wichtigsten Zukunftsbranche der Region.

Maßgeblich vorangetrieben hat Rosenthal auch die Kooperation der Grundlagenforscher des MDC mit der Universitätsklinik Charité. Im gemeinsamen Berliner Institut für Gesundheitsforschung ist Rosenthal Vorstand. Dort wollen Wissenschaftler und Ärzte die Erkenntnisse über genetische Ursachen von Krankheiten an die Krankenbetten bringen, um auf die jeweiligen Personen zugeschnittenen Therapieformen voranzutreiben.

Zuletzt hatte es am MDC aber Probleme gegeben. Mangelhafte Organisation hatte 2013 zu einer Finanzlücke von 13 Millionen Euro geführt, die durch Einsparungen ausgeglichen werden muss.