Elektrobus

Zu wenig Fördergeld – E-Bus 204 startet später als geplant

Buslinie 204 zwischen Zoo und Südkreuz: Die Strecke soll künftig komplett mit Elektrobussen befahren werden, um deren Alltagstauglichkeit nachzuweisen. Jetzt muss das Projekt verschoben werden.

Foto: Fabian Schindler

Eigentlich sollte es ein guter Tag sein für die BVG und für die Elektromobilität. Es sollte der Förderbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in der Zentrale der Berliner Verkehrsbetriebe ankommen. Zumal Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) kurz zuvor noch einmal in einem Interview bekräftigt hatte, dass er die Buslinie 204 zwischen Zoo und Bahnhof Südkreuz mit vier Millionen Euro bezuschussen werde.

Diese 6,1 Kilometer lange Strecke soll komplett mit Elektrobussen befahren werden und somit die Alltagstauglichkeit der mit Strom betriebenen Fahrzeuge nachweisen. Das Ganze ist ein Element des Schaufensters Elektromobilität, zu dem Berlin neben drei anderen Regionen des Landes gekürt worden ist. In 30 Kernprojekte sollen in den nächsten Jahren insgesamt 100 Millionen Euro ausgegeben werden.

Die BVG erwartete also vier Millionen Euro vom Bund. Der Förderbescheid, der am Donnerstag eintraf, sagt jedoch nur eine „gekürzte“ Summe von 2,3 Millionen Euro zu. Auf Anfrage der Morgenpost bestätigte BVG-Sprecherin Petra Reetz den Vorgang. „Wir haben leider nicht das volle Geld bekommen und können deshalb noch nicht sagen, wann die Elektro-Buslinie in Betrieb gehen wird.“ Man sei aber noch „in klärenden Gesprächen“ mit dem Ministerium.

BVG benötigt fünf Busse für den Linienbetrieb

Um eine Buslinie mit eigenen Fahrzeugen zu betreiben, benötigt die BVG fünf Elektrobusse, vier immer auf der Strecke und einer steht als Reserve bereit. Ein E-Bus kostet rund 800.000 Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Diesel-Bus.

Im Hause Dobrindt konnte man sich die Verwirrung am Donnerstag zunächst nicht erklären. Man habe das Projekt mit vier Millionen Euro bezuschusst. Es sei aber denkbar, dass auch andere Projektbeteiligte berücksichtigt worden seien. Die BVG arbeitet mit den Verkehrstechnikunternehmen Bombardier, Solaris und Vossloh zusammen, auch die Technische Universität Berlin ist beteiligt.