Verbrechen

Zahl der Einbrüche in Berlin steigt wieder an

2013 ging die Zahl der Einbrüche in Berlin zurück. Doch von Januar bis April stieg sie wieder an - um zwölf Prozent. Das entspreche dem bundesweiten Trend, so Polizeipräsident Kandt.

Nach einem Rückgang in 2013 ist die Zahl der Einbrüche in Wohnräume in den ersten vier Monaten dieses Jahres erneut gestiegen. So registrierte die Polizei von Januar bis April 3684 Einbrüche in Miet- oder Eigentumswohnungen. Das sind 406 mehr als im Vorjahreszeitraum, was einem Zuwachs von gut zwölf Prozent entspricht. Die Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäuser ist mit 1055 nur leicht um 15 Fälle gestiegen. Diese Zahlen nannte Polizeipräsident Klaus Kandt am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

In 40 Prozent aller Fälle bliebe es bei einem Einbruchsversuch, etwa weil die Täter gestört würden, sagte Kandt. Der erneute Anstieg der Deliktszahlen entspreche dem bundesweiten Trend. Täter seien oft nicht Berliner, sondern professionelle reisende Banden, die auch in anderen Städten agierten. Im April dieses Jahres konnte die Polizei nach eigenen Angaben 92 Tatverdächtige festnehmen. Ein Jahr zuvor waren es im April nur 78 Personen.

Erhöht habe sich im April gegenüber dem Vorjahresmonat auch die Zahl der Haftbefehle. 2013 waren es 25. 2014 lag die Zahl bei 38. "Wir haben durchaus Fahndungserfolge", sagte Kandt. Die Entwicklung zeige aber auch, dass man an dem Problem dran bleiben müsse. Die Bekämpfung der Einbruchskriminalität bleibe ein Schwerpunkt. Die Zahl der damit befassten Beamte sei nicht reduziert worden, sagte ein Polizeisprecher. Um schnellstmöglich am Tatort sein zu können, verfüge die mit der Einbruchskriminalität befasste Task Force zudem weiterhin über eigene operative Einsatzkräfte, die sofort abrufbar seien.

Grüne kritisieren "sauniedrige" Aufklärungsquote

Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Benedikt Lux, kritisierte, dagegen dass die Aufklärungsquote – im vergangenen Jahr lag sie mit 7,3 Prozent etwas höher als 2012 – "immer noch sauniedrig" sei. Die angesichts des Rückgangs in 2013 verbreiteten Erfolgsmeldungen seien offenbar verfrüht gewesen. Die Bevölkerung habe man damit in Sicherheit gewogen statt Aufklärungsarbeit zu leisten. Der innenpolitische Sprecher der Piraten-Fraktion, Christopher Lauer, regte an, in jeden Haushalt Broschüren mit Sicherheitshinweisen zu verschicken.

Innensenator Frank Henkel (CDU) verwies dagegen auf zahlreiche Präventionsveranstaltungen der Polizei. Der schwarz-rote Senat habe außerdem das Beratungsangebot zur Einbruchskriminalität wieder kostenlos gemacht. Die Daten der ersten vier Monate dieses Jahres seien angesichts des kurzen Zeitraums zudem nur eingeschränkt aussagekräftig.

Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser war seit 2005 kontinuierlich gestiegen. Die Polizei hatte die zuständigen Kommissariate daraufhin mit zusätzlichen Ermittlungsgruppen ausgestattet. Entgegen dem Bundestrend sank die Zahl der Delikte 2013 dann erstmals wieder – um 725 auf 11.566 Fälle. Lediglich Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Spandau verzeichneten im vergangenen Jahr weiterhin einen Anstieg.

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