Pflege in Berlin

170.000 Berliner werden zu Hause von Angehörigen gepflegt

Die Zahl der Menschen mit Pflegestufe ist innerhalb von zwölf Jahren um 33 Prozent gestiegen. Gesundheitssenator Czaja kündigt nun bessere Unterstützung für Pflegebedürftige und Angehörige an.

Foto: Angelika Warmuth / dpa

Etwa Dreiviertel aller Pflegebedürftigen in Berlin werden – nach Angaben des Senats – von Angehörigen zu Hause gepflegt. Das sind rund 170.000 Berliner, wie Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus sagte. Zudem sei die Zahl der Menschen mit Pflegestufe I in den vergangenen zwölf Jahren um 33 Prozent in der Hauptstadt gestiegen, von 81 000 im Jahr 1999 auf 108 000 in 2011. Czaja kündigte an, dass die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen im Rahmen des Pflegeneuausrichtungsgesetzes besser unterstützt werden sollen.

So würden für den Ausbau der Selbsthilfe-Maßnahmen von den Pflegekassen rund 400 000 Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung gestellt. Das Land müsse in gleicher Höhe mitfinanzieren. Diese Mittel seien für 2014 und 2015 schon in den neuen Landeshaushalt eingestellt, sagte Czaja. Für 2013 seien die Mittel der Pflegekassen allerdings verfallen, weil sie nicht vom Land kofinanziert worden seien.

Mehr Geld für Nachbarschaftshilfe

Mit dem zusätzlichen Geld sollen die Kontaktbörsen zu Pflegefragen in Stadtteilzentren auch personell gestärkt und die Nachbarschaftshilfe ausgebaut werden. Nachbarn sollen motiviert werden, bei Pflegebedürftigen einzuspringen, wenn deren Angehörige weiter weg wohnen. Ferner sollen die Angehörigen von denjenigen Senioren besser geschult werden, die in betreuten Pflege-Wohngemeinschaften leben. Deren Zahl sei rasant auf inzwischen mehr als 500 Wohngemeinschaften gestiegen.

Schon Anfang vergangenen Jahres hatte der Senat zudem einen Landespflegeplan beschlossen, um die Situation bei der Pflege zu verbessern. So sollen verstärkt Wohnungen kontrolliert werden, in denen pflegebedürftige Senioren und Menschen mit Behinderungen leben. Diese Wohnungen wurden bislang nur dann kontrolliert, wenn es bereits einen konkreten Verdacht auf einen Verstoß gab.