Arbeitsschutz

Acht Menschen starben 2012 in Berlin bei Arbeitsunfällen

Während die Zahl der Berufsunfälle in Berlin eher rückläufig ist, steigt die Zahl der Berufskrankheiten. An psychischen Erkrankungen seien oft die Betriebe Schuld, mahnt Arbeitssenatorin Kolat.

Foto: Klaus Ohlenschläger / picture alliance / Klaus Ohlensc

Im vergangenen Jahr gab es in Berlin insgesamt acht Arbeitsunfälle mit tödlichem Ausgang – im Vorjahr waren es elf. Das geht aus dem neuen Arbeitsschutzbericht der zuständigen Senatsverwaltung hervor. In allein fünf Fällen stürzten Bauarbeiter von Gerüsten, ein weiterer Bauarbeiter wurde in einer Grube verschüttet. Ein Arbeiter wurde bei Elektroarbeiten zwischen Hebebühne und einer Hallendecke zerquetscht, ein Mensch starb bei Wartungsarbeiten in einem Aufzugsschacht.

Trotz der tragischen Unfälle verunglücken in Berlin im Vergleich zum Bundesschnitt weniger Menschen bei der Arbeit. In der Hauptstadt gab es 2011 auf 1000 Erwerbstätige 19,5 Unfälle (24 im Bundesdurchschnitt), insgesamt waren es 32.712 – das ist auch ein leichter Rückgang zum Vorjahr. Für 2012 liegen dazu noch keine Daten vor.

Haut- und Atemwegserkrankungen nahmen stark zu

Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) bezeichnete die Entwicklung als „erfreulich“. Kolat verwies aber darauf, dass die Zahl der Berufskrankheiten gestiegen ist. 1591 Fälle wurden 2012 angezeigt, im Jahr zuvor waren es 70 weniger. Vor allem die Zahl der Haut- und Atemwegserkrankungen nahm zu, einen Rückgang gab es bei den Asbesterkrankungen.

Arbeitssenatorin Kolat mahnte außerdem, angesichts der wachsenden Zahl psychischer Erkrankungen, die in den Gesundheitsreports der Krankenkassen aufgeführt werden, bestehe dringender Handlungsbedarf in den Betrieben. Die Verwaltung werde diesem Thema künftig mehr Aufmerksamkeit schenken.