Kreuzberg

Zwei Monate altes Baby von Vater lebensgefährlich verletzt

Ein 26-jähriger Berliner wurde festgenommen, weil er seinen Säugling zu heftig geschüttelt haben soll. Das Mädchen liegt auf der Intensivstation, sein Zustand hat sich mittlerweile stabilisiert.

Foto: Paul Zinken / picture alliance / dpa

Schon wieder hat ein Vater ein Baby so heftig geschüttelt, dass der Säugling lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Inzwischen habe sich der Zustand des erst zwei Monate alten Kindes stabilisiert, das Mädchen werde weiter auf einer Intensivstation medizinisch betreut, teilte die Polizei am Freitag mit. Die behandelnden Ärzte schließen Folgeschäden für den Säugling nicht aus.

Der Vater des Kindes, ein 26-Jähriger aus Kreuzberg, wurde festgenommen. In der Vernehmung habe der Mann eingeräumt, das Kind massiv geschüttelt zu haben. Der Mann wurde am Freitag einem Richter vorgeführt. Der erließ aber keinen Haftbefehl.

Der Vorfall hatte sich laut Polizei bereits am Montag ereignet, die Fachdienststelle der Kripo erhielt jedoch erst am Donnerstag Kenntnis von dem Fall. Nach vorliegenden Erkenntnissen war der Vater mit dem Baby alleine in der Wohnung, die ebenfalls 26 Jahre alte Mutter war nicht da. Der Vater stellte demnach ein auffälliges Verhalten des Babys fest und rief selbst die Feuerwehr.

Keine heiße Spur im Fall der Kinderleichen

Der Säugling wurde vom Rettungsdienst in die Klinik eingeliefert. Dort stellten Ärzte Einblutungen im Gehirn des Mädchens sowie frische und ältere Netzhauteinblutungen fest, die auf ein akutes Schütteltrauma hinwiesen.

Wie berichtet, ist erst am Donnerstag ein 18 Jahre alter Vater vom Landgericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er sein Baby zu Tode geschüttelt hatte. Gegen einen weiteren 18-jährigen Berliner läuft derzeit ein Prozess wegen Totschlags, weil er sein Kind schwer misshandelt hatte.

Im Fall der in Neukölln und Hellersdorf entdeckten Babyleichen hat die Kripo weiter keine heiße Spur. Zu dem in Neukölln gefundenen Mädchen sind rund 20 Hinweise eingegangen. Die Mordkommission hofft, mit der Verteilung von 1500 Fahndungsplakaten weiterzukommen. Zudem werden Zeugen gesucht, die den Altkleidercontainer an der Wildenbruchstraße benutzt haben, in dem das tote Baby gefunden wurde.