Statistik

Berliner Polizei klärt 43 Prozent der Unfallfluchten auf

Mehr als 130.000 Mal krachte es im Jahr 2012 auf Berlins Straßen. Bei mehr als jedem vierten Crash kam es laut Innenverwaltung zur Unfallflucht. In einigen Bezirken häufen sich solche Vorfälle.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dapd

Einen geringfügigen Anstieg der Verkehrsunfälle um 0,24 Prozent hat die Polizei im Jahr 2012 für die Hauptstadt verzeichnet, wie kürzlich bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik mitgeteilt wurde – mehr als 130.000 Mal kam es auf Berlins Straßen demnach zu einem Unfall. Bei mehr als jedem vierten Mal kam es zur Unfallflucht.

Das geht aus der Antwort von Innensenator Frank Henkel (CDU) auf eine Parlamentarische Anfrage des CDU-Abgeordneten Peter Trapp hervor. 28.336 Unfallfluchten registrierte die Polizei demnach im Jahr 2012, eine nur leicht gesunkene Zahl im Vergleich zum Vorjahr.

Mit 5612 die meisten Unfallfluchten gab es laut den Angaben des Innensenators in der Berliner Polizeidirektion 4, die Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg umfasst, dicht gefolgt von Direktion 2 Spandau/Charlottenburg-Wilmersdorf. Rund 2000 Taten weniger zählte die Polizei dagegen in ihrer Direktion 3 – in Mitte.

Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort wird in Paragraf 142 des Strafgesetzbuches geregelt. Als Strafmaß ist eine Geldstrafe oder auch eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vorgesehen, je nach den Umständen und dem entstandenem Schaden. Außerdem kann der Führerschein eingezogen werden und eine Sperre für einen neuen Führerschein verhängt werden.

Schwierige Ermittlungen

Von den im vergangenen Jahr gezählten Unfallfluchten hat die Polizei laut Parlamentarischer Anfrage 12.099 Fälle aufgeklärt, einige polizeiliche Ermittlungsverfahren dauerten derweil noch an, hieß es. Die Aufklärungsquote entspricht demnach gut 42,7 Prozent.

In der Direktion 4, also Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg, lag sie mit knapp über 50 Prozent am höchsten. Die Direktion 1 in Pankow und Reinickendorf hatte mit gut 37 Prozent die geringste Aufklärungsquote.

Peter Trapp, selbst früher als Polizeibeamter tätig und heute Vorsitzender des Innenausschusses, lobte die Aufklärungsquote am Dienstag als „gut“. „Gerade bei Ermittlungen gegen unbekannt, wie es bei Unfallfluchten immer der Fall ist, sind 42 Prozent eine ordentliche Quote“, sagte Trapp. „Unfallfluchten sind schwierig aufzuklären.“

In den letzten Jahren habe die Quote aber stabil in dieser Größenordnung gelegen. Viele Fahrerfluchten, bei denen es um Kratzer oder abgefahrene Seitenspiegel gehe, seien praktisch nicht aufzuklären und würden vor allem aus versicherungstechnischen Gründen bei der Polizei angezeigt.