Urteil

Mann muss nach Missbrauch in 450 Fällen drei Jahre in Haft

Ein Berliner hat gezielt nach alleinstehenden Müttern mit Jungen Ausschau gehalten und die Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren über Jahre missbraucht. Jetzt wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt.

Weil er vier Jungen mehr als 400-mal sexuell missbraucht hat, muss ein Berliner drei Jahre in Haft. Der 34-Jährige gestand am Dienstag vor einer großen Strafkammer des Landgerichts Moabit sexuelle Übergriffe in rund 450 Fällen. Allein an einem Jungen, der zu Beginn der sexuellen Übergriffe sechs Jahre alt war, hatte sich der Verurteilte 440-mal vergangen.

Von 2003 bis Sommer 2012 hatte der Mann die Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren in seiner Wohnung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf missbraucht. Zumeist geschah dies durch unsittliche Berührungen der Kinder. Nach Überzeugung des Gerichts ist der 34-Jährige bei der Suche nach geeigneten Opfern planvoll vorgegangen. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte er die alleinstehenden Mütter der Jungen meist im Internet kennengelernt und ihnen Hilfe angeboten. Über die Frauen habe er gezielt Kontakte zu den Kindern hergestellt, so die Richter. Da die Opfer lange Zeit schwiegen oder überhaupt nicht erfassten, was mit ihnen geschah, konnte der Angeklagte seine Taten über den langen Zeitraum von fast zehn Jahren ungestört verüben.

Neben der Freiheitsstrafe verhängte das Gericht ein striktes Kontaktverbot für den Mann. Er darf sich künftig Kindern nicht mehr nähern.