Erster Spatenstich

1500 neue Wohnungen für Berlin - Degewo baut wieder

Das Wohnungsunternehmen plant Neubauten an sechs Standorten. In Marienfelde rollen bereits die Bagger. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf der Gropiusstadt. Auch das Tempelhofer Feld ist im Gespräch.

Foto: degewo / Degewo

Die Degewo baut zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder selbst ein Wohnhaus für 52 Mieter. Mittelfristig will Berlins größtes Wohnungsunternehmen an fünf weiteren Standorten der Stadt sogar rund 1500 Wohnungen errichten. Mit dieser Nachricht läutete es am Montag in Marienfelde eine neue Etappe ein.

Vorstand Frank Bielka verkündete sichtlich stolz: „Wir sind wieder eine richtige Wohnungsbaugesellschaft.“ Anlass war der erste Spatenstich für das Neubauprogramm der landeseigenen Gesellschaften mit der Degewo nun als Vorreiter.

Degewo baut in Berlin-Marienfelde

Sie investiert in ihr erstes Projekt 5,7 Millionen Euro. Die 52, zumeist Ein- und Zweizimmer-Wohnungen – neun behindertengerecht – an der Waldsassener Straße im Quartier Mariengrün (durchschnittlich 8,50 Euro netto kalt pro Quadratmeter) sind bereits gefragt. „40 Voranmeldungen, viele aus dem Kiez, liegen vor“, sagte Bielka. Es zeige sich, dass der Stadtrand als Wohnlage begehrt ist.

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) überraschte diese Nachfrage nicht: „Berlin braucht jede Menge neue Wohnungen, zumal etliche 10.000 Menschen in den nächsten Jahren in die Stadt kommen.“ Die Initiative der Degewo, nach zehn Jahren wieder mit Neubau zu beginnen, sei daher bemerkenswert. Das erste Projekt passe sich gut in die Bebauung und Infrastruktur des Quartiers Mariengrün ein. Auch dieser Aspekt solle bei allem Drang nach neuen Wohnungen nicht vernachlässigt werden.

Müller zollte auch den anderen fünf kommunalen Gesellschaften für ihre Initiativen Respekt. Sie planten bisher ein Neubauvolumen von dreieinhalbtausend bis viertausend Wohnungen. Damit kommen sie der Aufforderung ihres Gesellschafters Land Berlin nach, den Neubau zu forcieren. Der Senator gab sich ebenso zuversichtlich, in Berlin auch wieder zu „irgendeiner Form von Wohnungsbauförderung“ zu gelangen.

200 neue Wohnungen für die Berliner Gropiusstadt

Die Degewo will in Treptow-Köpenick noch in diesem Jahr Neubauprojekte starten, so an der Joachimstraße in Köpenick (42 Wohnungen), der Karl-Frank-Straße in Friedrichshagen (45) und der Abram-Joffe-Straße in Adlershof (75). Als Schwerpunkt bezeichnet Bielka die südliche Gropiusstadt. Dort seien in den Jahren 2014/15 an der Fritz-Erler-Allee und am Zwickauer Damm 200 neue Wohnungen fest eingeplant. Später sollen nochmals 200 folgen.

Drei renommierte Architekten hätten das Quartier bereits analysiert. Danach setze die Degewo dort hauptsächlich auf Mietwohnungen, sagt Bielka. Angedacht seien auch Eigentumswohnungen, um in erster Linie Mietern die Möglichkeit zu geben, in ihrem angestammten Viertel Wohneigentum zu erwerben. Degewo-Sprecher Lutz Ackermann weiß: „Nicht alle Bewohner sind gleich von den Neubauplänen begeistert, da spiele Angst mit, dass Häuser vor ihre Fenster gesetzt werden.“ Auch für Lankwitz und Wedding sind Vorhaben in Sicht.

Degewo plant Neubauten am Tempelhofer Feld

Darüber hinaus will die Degewo am Rande des Tempelhofer Feldes bauen. Bielka: „Gemeinsam mit der ebenfalls landeseigenen Stadt und Land und der Baugenossenschaft Ideal haben wir uns um Flächen beworben.“ Senator Müller fragt daraufhin nach: „Hoffentlich nur um Flächen am Rande des Feldes und nicht auf dem Feld.“

Bielka beruhigt ihn. Auch Investitionskosten nennt der Degewo-Chef: „Für die ersten tausend neuen Wohnungen in den kommenden Jahren rechnen wir mit 130 Millionen Euro.“ Das Unternehmen lege aber weiterhin großen Wert auf die Pflege seiner Bestände. Bis 2020 werde rund eine halbe Milliarde Euro in die Modernisierung der südliche Gropiusstadt, in Mariengrün und anderen Kiezen investiert.

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