Sanierung abgeschlossen

Bahn Berlin-Potsdam fährt ab Dezember wieder direkt

In Kürze fahren die Regionalzüge auf der Grunewaldlinie wieder uneingeschränkt. Auf anderen Strecken wird das Angebot jedoch schlechter.

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Die Bauarbeiten auf der Bahnstrecke zwischen Berlin-Charlottenburg und Berlin-Wannsee werden rechtzeitig vor dem Fahrplanwechsel abgeschlossen.

Auf anderen Strecken in der Region wird sich das Angebot dagegen verschlechtern. Insbesondere das Land Brandenburg hat aus Geldmangel Zugfahrten abbestellt oder Linien ausgedünnt.

Die Deutsche Bahn stellte nun die Details für ihr Zugangebot ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 vor.

Regionalexpress 1

Durch den planmäßigen Abschluss der Sanierung kann die sieben Kilometer langen Bahnstrecke durch den Grunewald wieder vom RE1 regulär genutzt werden. Die Züge fahren in beide Richtungen zwei Mal pro Stunde – jeweils im Wechsel zwischen Magdeburg und Eisenhüttenstadt sowie Brandenburg/Havel und Frankfurt (O.). Gezogen werden die Züge von neuen, spurtstarken Taurus-Lokomotiven (BR182). Die Bahn hofft, dass sich dadurch Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auf der bis zu 328 Kilometer langen Verbindung deutlich verbessern. Eingesetzt werden auf dem RE1 zudem modernisierte Doppelstockwagen, die unter anderem mehr Platz für Kinderwagen, Fahrräder und Rollstühle sowie behindertengerechte Toiletten in der Zugmitte bieten. Allerdings sind erst drei der aus je fünf Wagen bestehenden Züge nach den Vorgaben des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) umgebaut, der Rest soll laut Bahn erst im Laufe des nächsten Jahres folgen. Neu ist auch, dass der RE1 künftig generell auch am Bahnhof Charlottenburg hält.

Regionalbahn 21 und 22

Die mehr als 10.000 Fahrgäste, die mit Regionalbahnen täglich zwischen Berlin und Potsdam fahren, können sich über eine weitere Angebotsverbesserung freuen. Jeweils im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr werden die RB-Linien 21 (Wustermark–Potsdam) und 22 (Flughafen Schönefeld–Potsdam) bis nach Berlin-Friedrichstraße verlängert. Damit werden zwischen Berlin und Potsdam jeweils in der Zeit von 7 bis 9 Uhr und 14 bis 18 Uhr vier statt zuvor nur zwei Züge pro Stunde fahren. Besonders die vielen Berliner Studenten, die in Potsdam studieren, profitieren von einem 30-Minuten-Takt zwischen der Bundeshauptstadt und dem Uni-Standort Golm. Ein Problem besteht allerdings weiterhin: Züge von Berlin in Richtung Potsdam können am Bahnhof Griebnitzsee nicht halten. Der fehlende Bahnsteig soll erst 2014/15 gebaut werden.

Regionalexpress 7

Von der Fertigstellung Grunewald-Strecke profitieren auch die Fahrgäste, die auf den RE7 (Dessau–Berlin–Wünsdorf Waldstadt) angewiesen sind. Die Züge fahren wieder durchgehend über Berlin-Wannsee. Zudem setzt die Bahn auf der Strecke die neuen Talent-2-Züge ein, die deutlich besser beschleunigen können als die lokbespannten Doppelstockzüge bisher. Dadurch werde sich die Fahrzeit zwischen Berlin und Dessau um 17 Minuten verkürzen, so die Bahn. Der RE7 sichert gemeinsam mit der RB14 einen 30-Minuten-Takt zwischen der Berliner Innenstadt und dem Flughafen Schönefeld. Sollte der neue Großflughafen BER wie geplant am 27. Oktober 2013 eröffnet werden, kommt noch der Flughafen-Express RE9 hinzu, der dann über Potsdamer Platz und Südkreuz zweimal pro Stunde zwischen Hauptbahnhof und dem BER-Bahnhof pendelt. Weil die fünfteiligen Talent-2-Züge nur über 300 Sitzplätze verfügen (derzeit 540 in Doppelstockzügen), wird im Berufsverkehr ein weiterer dreiteiliger Talent-Triebwagenzug angekoppelt. Damit erhöht sich die Kapazität in dieser Zeit auf 467 Sitzplätze pro Zug.

RE6 und weitere Linien

Verschlechtern wird sich hingegen das Angebot auf der Regionalexpress-Linie 6 (Wittenberge–Berlin), die zuletzt über Spandau hinaus bis nach Gesundbrunnen verlängert wurde. „Das Angebot wurde gut angenommen, aber die Länder Berlin und Brandenburg konnten sich nicht auf eine weitere Bestellung des Verkehrs einigen“, sagte Renado Kropp von DB Regio Nordost. Auch betriebstechnisch sei ein Ende der Zugfahrt bereits in Spandau nicht vorteilhaft. „Der Bahnhof ist für eine Zugwende nicht gebaut“, so Kropp.

Auf der RB13 (Wustermark–Spandau) entfallen nach Abbestellung vier Zugpaare täglich (zwischen 9 und 13 Uhr). Auf der RB66 (Berlin–Angermünde–Stettin) fallen die Verbindungen am frühen Morgen und späten Abend weg. Zudem fahren die Züge nicht mehr über die Stadtbahn, sondern erst ab Berlin-Gesundbrunnen. Dadurch soll sich Fahrzeit spürbar verkürzen. Bahn-Manager Kropp kündigte zugleich eine Verbesserung des Angebots auf der RB55 (Kremmen–Hennigsdorf) an. Zwischen Hennigsdorf und Velten fahren ab dem 9. Dezember im Berufsverkehr zusätzlich vier Zugpaare. Der RE5 kann wegen weiteren Bauarbeiten an der Bahnstrecke Berlin–Rostock auch nach dem 26. April 2013 nur eingeschränkt fahren.