Schüsse auf Spieler

Berliner Polizei setzt Drohne über Jahn-Sportpark ein

Noch gibt es keine Spur vom Schützen im Jahn-Sportpark. Derzeit werden Bilder aus einem Miniaturflugkörper ausgewertet.

Foto: Maja Hitij / dapd

Bei den Ermittlungen zu den Schüssen auf einen Hobby-Fußballer in Prenzlauer Berg tritt die Polizei nach wie vor auf der Stelle. Inzwischen seien zwar einige Hinweise eingegangen, aber keiner habe die Beamten bislang weitergebracht, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Die Ermittler hoffen nach wie vor auf Zeugen, die konkretere Angaben zu dem Vorfall machen können. Dazu wurden im Bereich des Jahn-Sportparks und der unmittelbareren Umgebung Plakate aufgehängt.

„Vielleicht erinnert sich ja jemand an eine Begebenheit vom vergangenen Sonntag, der er zunächst keine Bedeutung beigemessen hat“, sagte ein Ermittler.

Bei der Aufklärung der Tat nutzen die Beamten alle zur Verfügung stehenden Mittel. Zweimal hat ein Großaufgebot der Polizei sorgfältig das Gelände abgesucht, auf dem ein 33-Jähriger angeschossen wurde. Anschließend wurde die Suche mit einer Drohne, einem Miniaturflugkörper, fortgesetzt. Das Gerät kann das gesamte Gelände aus der Luft vermessen, die Bilder werden derzeit ausgewertet.

Weiteres Projektil entdeckt

Auch Metalldetektoren kamen am Montag und Dienstag zum Einsatz, ebenso wie Sprengstoffspürhunde – in der Hoffnung, dass die Tiere Rückstände von Schwarzpulver finden. Der Aufwand wird betrieben, um die Projektile zu finden, die möglicherweise Rückschlüsse auf den genauen Standort des Schützen geben können. Bislang blieben alle Bemühungen jedoch erfolglos.

Mehr Glück hatte dagegen ein Platzwart des Sportparks. Er fand am Montagabend auf dem Gelände ein Projektil. Ob es von den Schüssen am Sonntag stammt, wird derzeit von der Kriminaltechnik untersucht.

Bei einem weiteren, bereits am Montagvormittag entdeckten Projektil bestehen hingegen erhebliche Zweifel an einem Zusammenhang mit der Tat. Seinem Aussehen nach könnte es bereits seit Längerem dort liegen.

Polizei befragt Anwohner

Am Sonntagnachmittag gegen 15.30 Uhr waren auf den Bolzplätzen des Jahn-Sportparks zwei Schüsse gefallen. Dort hielten sich zu der Zeit etwa zwei Dutzend Freizeitkicker auf, überwiegend Vietnamesen. Ein 33-jähriger Ecuadorianer wurde getroffen, er erlitt einen glatten Oberschenkeldurchschuss.

Für die Ermittler gilt inzwischen als sicher, dass der bislang unbekannte Schütze nicht gezielt auf das Opfer geschossen hat, der 33-Jährige vielmehr zufällig getroffen wurde. Die zuständigen Ermittler der Polizeidirektion 1 haben inzwischen damit begonnen, Bewohner der anliegenden Häuser zu befragen, eine Aufgabe, die längere Zeit in Anspruch nehmen wird.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schüsse aus einem der Häuser abgegeben wurde, gilt als hoch.