FU-Studie

Berliner Grundschüler sind schwach in Deutsch und Mathe

Eine neue Studie der FU Berlin zeigt: Die Leistungen der Grundschüler in der Hauptstadt sind schlechter geworden.

Foto: DAPD

Die Leistungen der Berliner Grundschüler sind zurückgegangen. Einer Studie der Freien Universität (FU) zufolge schneiden die Grundschüler in den Fächern Mathematik und Deutsch schlechter ab als noch vor einigen Jahren. FU-Erziehungswissenschaftler Hans Merkens, der die Studie jetzt veröffentlichte, macht die Absenkung des Einschulungsalters und die Einführung des jahrgangsübergreifenden Lernens für die schlechten Ergebnisse verantwortlich. „Die Lehrer sind auf diese Aufgaben nicht ausreichend vorbereitet worden“, sagt er. Besonders schwer hätten es Kinder aus sozial schwachen Bezirken und Migrantenkinder.

Zu wenig Fortbildungsangebote

Seit 2004 werden die Kinder in Berlin mit fünfeinhalb Jahren eingeschult. Außerdem sind die Grundschulen mit dem Schulgesetz von 2004 verpflichtet worden, das gemeinsame Lernen von Kindern der ersten und zweiten Klasse einzuführen. Erziehungswissenschaftler Merkens will diese Reformen nicht zurückzunehmen. Er kritisiert aber, dass die Lehrkräfte nicht entsprechend weitergebildet worden sind. „Die Lehrer müssen besser darauf vorbereitet werden, Kinder mit sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen zu unterrichten“, fordert er.

Die Vorsitzende des Grundschulverbandes, Inge Hirschmann, unterstützt diese Forderung. Es gebe zu wenig gute Fortbildungsangebote, sagt sie. In diesem Bereich müsse deutlich mehr investiert werden. Hirschmann weist darauf hin, dass bald an allen Schulen das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung umgesetzt werden soll. „Die Lehrer müssen deshalb lernen, mit heterogenen Gruppen umzugehen“, sagt sie. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) wollte sich zur FU-Studie nicht äußern. Ihre Sprecherin Beate Stoffers sagt, man werde sich die Ergebnisse erst einmal genau ansehen.