Neue Fälle

Radmuttern an Privatautos von Berliner Polizisten gelöst

Die Polizeigewerkschaft fordert nach den jüngsten Radmuttern-Fällen kostenlose Stellplätze. Dabei dürfe Geld keine Rolle spielen, heißt es.

Berlins Polizisten sind weiterhin im Visier von unbekannten Straftätern: Erneut wurden an den Privatfahrzeugen dreier Beamter die Radmuttern gelöst. Verletzt wurde niemand. Vor dem Hintergrund des neuen Vorfalls hat am Dienstag die stellvertretende Chefin der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Kerstin Philipp, Innensenator Frank Henkel (CDU) aufgefordert, den Mitarbeitern die vorhandenen Parkflächen innerhalb der Dienststellen der Polizei „unverzüglich kostenlos zur Verfügung zu stellen“.

Zuvor hatte Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers der GdP erklärt, sie teile deren Einschätzung zur Gefährdung der Beamten. Dennoch könne sie die Parkplätze nicht kostenlos zur Verfügung stellen. Grund dafür sei auch der Umstand, dass nicht alle Dienststellen Parkflächen hätten. Zudem würden sonst die Mitarbeiter ungleich behandelt, die für einen Stellplatz jährlich 100 Euro zahlten.

In den letzten Wochen und Monaten hatten sich Fälle gehäuft, bei denen an Fahrzeuge manipuliert worden war. In einem Fall hatte es die Mutter zweier Kinder getroffen, die ihren Nachwuchs vom Polizeisportverein abgeholt hatte. Ihr war daraufhin während der Fahrt ein Vorderrad abgefallen. „Glücklicherweise ist niemandem etwas passiert“, so ein Ermittler. „Wer so etwas macht, nimmt den Tod der Fahrzeuginsassen, aber auch derjenigen in Kauf, die ebenfalls in einen Unfall verwickelt werden könnten.“ Offenbar hätten die Täter gezielt den Parkplatz vor dem Sportverein beobachtet. Die betroffene Mutter ist allerdings keine Angehörige der Polizeibehörde, ihre Kinder gehen dort lediglich zum Fechttraining.

In einem Brief an die GdP schreibt Polizeivizechefin Margarete Koppers, dass bereits erforderliche und geeignete Maßnahmen getroffen worden seien. An alle Polizeibediensteten seien Warnhinweise herausgegeben worden. Mitarbeiter der Berliner Polizei seien nicht zu Schaden gekommen. „Ich führe dies zu großen Teilen darauf zurück, dass die Polizeibediensteten fortwährend sensibilisiert und zu erhöhter Aufmerksamkeit angehalten werden“, so Koppers.

Die GdP ist empört: „Die am schlechtesten bezahlten Beamten in Deutschland, die im täglichen Dienst Leben und Gesundheit zum Schutz der Menschen einsetzen, müssen in Berlin ständig um Almosen und Schutz ihrer Privatsphäre betteln“, sagt Kerstin Philipp. Gleichzeitig würden sich Abgeordnete ihre Diäten um zehn Prozent erhöhen, Senatsmitglieder rund um die Uhr schützen lassen und dazu noch den Flughafen Berlin-Brandenburg mit Milliardenverlusten in den Sand setzen, kritisiert die GdP.