Berlin-Kreuzberg

Zweijährige überlebt Sturz aus sieben Meter Höhe

Das Mädchen fiel vom Balkon eines Hauses in der Wassertorstraße in die Tiefe. Seine Rettung: ein Gebüsch.

Foto: dpa

Nur wenige Stunden nach dem Sturz eines Kindes aus einem Fenster ist Kreuzberg zum zweiten Mal Schauplatz einer Beinahe-Tragödie geworden. Am Sonnabend gegen 18 Uhr fiel ein zweijähriges Mädchen von einem Balkon in der zweiten Etage eines Wohnhauses an der Wassertorstraße. Dabei hatte das kleine Mädchen einen großen Schutzengel. Der Sturz wurde von einem Gebüsch vor dem Wohnhaus so abgefedert, dass das kleine Mädchen nur leichte Verletzungen erlitt. Am Vormittag des gleichen Tages war an der Mariannenstraße ein sechsjähriger Junge aus dem Fenster eines Wohnhauses gestürzt und hatte sich dabei schwere Verletzungen zugezogen.

Mutter und Vater im Wohzimmer

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, befand sich das zweijährige Mädchen vor dem Sturz in die Tiefe allein auf dem Balkon der elterlichen Wohnung. Die 22 Jahre alte Mutter und der ein Jahr ältere Vater des Kindes hielten sich im Wohnzimmer auf. Um 18 Uhr mussten beide plötzlich entsetzt feststellen, dass der Balkon leer war. Ein Blick über das Gelände machte zunächst die schlimmsten Befürchtungen war: Das Mädchen lag sieben Meter tiefer im Vorgarten des Hauses.

Der von den panischen Eltern umgehend alarmierte Notarzt konnte kurze Zeit später zum Glück feststellen, dass sich das Kind bei dem Sturz nur leichte Prellungen und Hautabschürfungen zugezogen hatte. Eine vorsorglich durchgeführte Untersuchung im Krankenhaus bestätigte das. So konnten die Eltern ihre Tochter nach ambulanter Behandlung wieder mit nach Hause nehmen.

LKA prüft schuldhaftes Verhalten der Eltern

Ob mit dem glücklichen Ausgang für das Kind auch für die Eltern der Fall erledigt ist, bleibt allerdings erst einmal offen. Wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte, wird von der zuständigen Fachdienststelle des Landeskriminalamtes (LKA) zunächst geprüft, ob den Eltern ein schuldhaftes Verhalten anzulasten ist. In dem Fall würde ein Verfahren wegen Verletzung der Fürsorge und Aufsichtspflicht eingeleitet.

Die gleiche Prüfung nimmt das LKA auch im Falle der 39-jährigen Frau vor, deren Sohn am Sonnabendvormittag aus einem Fenster im ersten Stock gestürzt war. Der Junge hatte allein in seinem Zimmer gespielt. Als die Mutter gegen 9 Uhr nach ihrem Kind schauen wollte, musste sie feststellen, dass das Zimmer leer war und das Fenster offen stand. Die Frau schaute aus dem Fenster und sah den Sechsjährigen regungslos im Innenhof des Wohngebäudes liegen. Bei dem Sturz hatte sich der Junge schwere Verletzungen zugezogen und wurde in ein Krankenhauses gebracht, wo er sofort operiert wurde. Der Sechsjährige lag am Sonntag noch auf der Intensivstation, sein Zustand wurde aber weiter als stabil bezeichnet.