Energiepreise

Heizkosten in Berlin und Brandenburg steigen drastisch

Für Erdgas müssen Brandenburger jährlich 83 Euro, Berliner sogar 102 Euro mehr zahlen. Der Mieterverein fordert modernere Heizanlagen.

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Die Energiepreise in Berlin und Brandenburg sind im Vergleich zum Vorjahr teils drastisch gestiegen. Das hat der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) in einer Preisdatenbank ermittelt, deren Ergebnisse am Donnerstag in Potsdam vorgestellt wurden. Positiv bewertete BBU-Vorstand Maren Kern, dass rund 80 Prozent aller dem Verband angehörenden Unternehmen ihre Häuser betriebskostendämpfend saniert hätten.

Teurer wurde demnach vor allem die Heizenergie: Fernwärme kostete im Land Brandenburg rund acht, in Berlin rund sieben Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. Beim Gas lagen die Werte sogar um neun, beziehungsweise zehn Prozent höher – wobei in Berlin der Preissprung erst im Februar vollzogen wurde. Auch beim Strom fielen die Steigerungen mit rund 4,5 Prozent (Brandenburg) beziehungsweise 6,5 Prozent (Berlin) deutlich stärker als die allgemeine Preisentwicklung (+ 2,4 Prozent) aus. Besonders auffällig sind die Steigerungen der Energiepreise vor dem Hintergrund weitgehend stabiler oder sogar sinkender Kosten für Wasser und Müll. Die Preissteigerungen bei der Energie summieren sich bei einer durchschnittlichen Mieterwohnung mit dem Heizenergieträger Erdgas im Land Brandenburg auf eine jährliche Mehrbelastung von 83 Euro, in Berlin nach der Gaspreissteigerung zum 1. Februar 2012 auf 102 Euro.

Eine positive Nachricht gebe es aber: „Die Entwicklung der Warmmieten bei den BBU-Mitgliedsunternehmen zeigt, welchen dämpfenden Einfluss der bei ihnen mittlerweile erreichte hohe Modernisierungsstand hat“, so Kern. Die warmen Wohnkosten – also Nettokaltmieten sowie kalte und warme Betriebskosten zusammen – stiegen deutlich langsamer, als die Energiepreissteigerungen befürchten ließe. Sie lagen bei den BBU-Mitgliedsunternehmen im Dezember 2011 im Land Brandenburg um 1,9 Prozent und in Berlin um 1,7 Prozent über den Vorjahreswerten.

Veraltete Technik im Einsatz

Gegen den Energiepreisanstieg können sich Mieter nur begrenzt wehren – durch eine Änderung ihres Verbraucherverhaltens. Der Berliner Mieterverein (BMV) fordert deshalb den Berliner Senat auf, über die bezirklichen Bau- und Wohnungsaufsichtsämter die Gebäudeeigentümer zum Heizungsaustausch zu zwingen, wenn Mängelanzeigen der Schornsteinfeger über veraltete Heizanlagen vorliegen. Mehrere zehntausend Wohnungen würden in Berlin weiterhin mit alten und ineffizienten Heizanlagen erwärmt, die nach der Energieeinspar-Verordnung eigentlich längst hätten ausgetauscht werden müssen.