Streit um Kaufpreis

Bank verlangt 15,5 Millionen Euro vom Mauermuseum

Die Chefin des Mauermuseums Alexandra Hildebrandt soll das Haus nicht bezahlt haben - so der Vorwurf. Nun hat die Bank Klage eingereicht.

Foto: Sergej Glanze

Der Chefin des Mauermuseums am Checkpoint Charlie steht neuer Ärger ins Haus. Alexandra Hildebrandt sieht sich einer Klage der FMS Wertmanagement Bank gegenüber. Die Bank, die sich um die Altlasten der Hypo Real Estate (HRE) kümmert, fordert von Hildebrandt und ihrer „Arbeitsgemeinschaft 13. August“ (Arge) den Kaufpreis für das Haus in der Friedrichstraße 45 in Höhe von 15,5 Millionen Euro. Die Arge hatte das Gebäude vor fünf Jahren gekauft, soll der Klage zufolge aber bislang kein Geld bezahlt haben. Jetzt soll die Bank vor dem Berliner Landgericht die Zwangsvollstreckung beantragt haben.

„Es hat eine Reihe von Verhandlungen gegeben. Wir haben sehr großes Entgegenkommen gezeigt“, sagte FMS-Sprecher Andreas Henry. Vor dem Hintergrund des laufenden Verfahrens wollte die FMS sich aber nicht weiter zu dem Vorgang äußern. Alexandra Hildebrandt und der von ihr eingeschaltete Schlichter, der Generalsekretär der Brandenburger CDU, Dieter Dombrowski, waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die FMS-Bank soll die Forderungen der nach der Immobilienkrise in Schieflage geratenen Hypo Real Estate eintreiben – dazu gehört offenbar auch das Haus in der Friedrichstraße. Bei der sogenannten Bad Bank lagern insgesamt Risikopapiere der HRE von rund 170 Milliarden Euro.

Landespolitik tut sich schwer

Mit dem neuerlichen Ärger kommt das Mauermuseum am Checkpoint Charlie nicht zur Ruhe. Die zukünftige Bebauung der Grundstücke rund um den ehemaligen Grenzübergang der Alliierten erregt die Öffentlichkeit seit Jahren. Mehrere Investoren hatten ihre Bereitschaft für ein Engagement erklärt, bis heute wurde jedoch keines der Projekte realisiert. Hildebrandt hatte zwischenzeitlich Mahnkreuze für die Maueropfer auf den Grundstücken aufgestellt, musste sie aber vor sieben Jahren entfernen, weil der Investor sein Bauvorhaben realisieren wollte. Später wurden die Mauertafeln angebracht, auf denen die Geschichte und der Verlauf der Mauer dargestellt wird. Zuletzt gab es wegen der Zwischennutzung mit Wurst- und Souvenirbuden auf dem Grundstück Friedrichstraße 205 Ärger.

Auch der geplante Bau eines Museums zur Geschichte des Kalten Krieges in unmittelbarer Nähe ihres eigenen Mauermuseums erregte Hildebrandt. Sie sieht die Attraktivität ihres Hauses gefährdet und hat zusätzlich zur Geschichte des Mauerbaus auch Schautafeln zum Kalten Krieg aufgestellt.

Die Berliner Landespolitik tut sich seit Langem schwer, eine geeignete Form für das Gedenken an die Alliierten in der Stadt zu finden. Der Checkpoint Charlie ist weitgehend eine Brache. Außerdem gibt es das Alliierten Museum in Zehlendorf und in Karlshorst existiert das Deutsch-Russische Museum.