Morgenpost-Aktion

Ex-Regierender Diepgen für eine Peter-Fechter-Straße

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: dpa / dpa/DPA

Eberhard Diepgen spricht sich dafür aus, eine Straße nach dem Maueropfer zu benennen. Auch andere prominente Berliner unterstützen die Idee.

Die Aktion der Berliner Morgenpost zur Umbenennung einer Straße nach dem Maueropfer Peter Fechter erfährt breite Unterstützung. Zahlreiche Prominente aus Politik und Gesellschaft haben sich anlässlich des 50. Todestages der Ermordung Fechters am 17. August für die Umbenennung einer Straße nach Fechter ausgesprochen.

Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) sieht den „Irrsinn von Mauer und Kaltem Krieg so verbunden wie mit dem Namen Peter Fechters“, sagte Diepgen. „Verwundet durch die Schüsse der eigenen Landsleute verblutete Peter Fechter, weil vom Westen keine Hilfe kommen durfte, man glaubte, die Demarkationslinie des Kalten Krieges ‚respektieren’ zu müssen. Der Straßenname wäre lebendiger Geschichtsunterricht.“

Hassemer, Klier und Schroeder unterstützen Aktion

Der Vorsitzende der Stiftung Zukunft, Volker Hassemer unterstützt die Aktion ebenfalls. „Eine Straße nach Peter Fechter zu benennen, ist einer der notwendigen Schritte, um das in Erinnerung zu halten, was in einer dramatischen Phase unserem heutigen Berlin vorausging“, sagte Hassemer.

„Eine Straße nach Peter Fechter zu benennen, finde ich überfällig – am besten jene, in der er erschossen wurde!“, fordert nun auch Freya Klier. Die Regisseurin und Autorin, die 1968 selbst einen erfolglosen Fluchtversuch aus der DDR wagte, wurde damals zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. An der Zimmerstraße, der damaligen Konfrontationslinie zwischen Staatsterror und Freiheit, sollte unter seinem Namensschild kurz beschrieben werden, was dort passiert ist, schlägt sie vor. „So etwas ist nachhaltiger als ein jährlich einmaliges Gedenken.“

Ähnlich sieht es Klaus Schroeder, FU-Professor und Chef des Forschungsverbundes SED-Staat. Doch er sei skeptisch, ob Berlin sich zu einem solchen Schritt durchringen könne. „Die Stadt tut sich ja bekanntlich schwer, diejenigen zu ehren, die Opfer der DDR-Diktatur waren oder aktiv gegen diese kämpften“, sagt Schroeder.

„Optimal wäre natürlich, dass die Straße Peter Fechters Namen trägt, an der er gestorben ist“, so der Wissenschaftler. Sinnvoll wäre aber auch, eine Straße im Zentrum nach ihm zu benennen, die Ost und West verbindet.

Jahrestag des Mauerbaus

Auch nach Überzeugung des Historikers und Publizisten Michael Wolffsohn „wird es höchste Zeit“, eine Straße nach den Maueropfern zu benennen: „Sie haben es verdient, und wir können dankbar sagen: Gott sei Dank gibt es nicht mehr den Unrechtsstaat DDR.“

Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer, will die zentrale Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Mauerbaus vor 51 Jahren am Montag dafür nutzen, „um auf den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zuzugehen und ihn um seine Unterstützung für eine Fechter-Straße zu bitten“. Senatssprecher Richard Meng hat inzwischen Bereitschaft signalisiert, die Initiative zu unterstützen.

( ker )