Urlaubsziel Berlin

Ausländische Touristen sorgen für Besucherrekord

Fünf Millionen Gäste waren im ersten Halbjahr in Berlin. Besonders Touristen aus Brasilien und Russland entdecken die Stadt für sich.

Foto: DAPD

Der Berlin-Tourismus trotzt der Krisenstimmung. Im ersten Halbjahr dieses Jahres besuchten mehr als fünf Millionen Touristen die Stadt. Das entspricht einer Steigerung um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders groß war der Zuwachs bei Gästen aus dem Ausland: 1,8 Millionen ausländische Touristen kamen in die Stadt. Sie übernachteten zwischen Januar und Juni insgesamt 4,6 Millionen Mal in Berlin. Beide Werte bedeuten eine Steigerung von 12,8 Prozent, teilte das Landesamt für Statistik am Freitag mit. Auch die Zahl der Übernachtungen in den Berliner Hotels, Pensionen und auf den Campingplätzen insgesamt stieg. Nach Angaben der Berliner Tourismus- und Kongressgesellschaft Visit Berlin verbuchten die Hotelbetriebe 11,3 Millionen Übernachtungen (plus elf Prozent).

Berlin mit größtem Wachstum

Hinter London und Paris liegt Berlin damit weiter auf Rang drei der beliebtesten Städte Europas. Allerdings konnte Berlin im vergangenen Jahr das größte Wachstum verbuchen (plus 7,5 Prozent). Im vergangenen Jahr besuchten 22 Millionen Menschen die deutsche Hauptstadt, nach London fuhren 46 Millionen Touristen, nach Paris 36 Millionen.

„Berlin bietet Großstadtflair, Atmosphäre und eine Mischung aus Hoch- und Subkultur“, sagte der Geschäftsführer von Visit Berlin, Burkhard Kieker. „Berlin ist eine coole, aufregende Stadt, die einen nicht fertigmacht.“ Im Gegensatz zu anderen Städten verfüge Berlin über Rückzugsorte wie das Tempelhofer Feld, die auch bei Touristen sehr beliebt seien.

Auch das Kongressgeschäft profitiert

Die größte Steigerung verbuchten die Hotels bei Besuchern aus Brasilien (plus 48 Prozent) und Russland (plus 42 Prozent). Die meisten Touristen kamen aus Großbritannien (179.500), den USA und Italien (jeweils 140.000). Aus Deutschland besuchten 3,2 Millionen Menschen die Hauptstadt. „Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht, Berlin hat das Beste noch vor sich“, sagte Kieker. Neben den Sehenswürdigkeiten macht er auch die vergleichsweise niedrigen Preise für den Erfolg verantwortlich. „Berlin ist die einzige Weltstadt, die nicht die Welt kostet.“ Für ein Wochenende müsse ein Paar nur halb so viel zahlen wie in London.

Auch im Kongressgeschäft gibt es Zuwächse. Nach Angaben von Visit Berlin gab es 57.800 Veranstaltungen (plus acht Prozent), an denen 4,6 Millionen Menschen teilnahmen.

Wegen der weiter steigenden Besucherzahlen fordert Tourismus-Chef Kieker die Berliner Politiker auf, sich verstärkt um die Akzeptanz der Besucher bei den Berlinern zu bemühen. So müssten sie darüber nachdenken, wie die wachsenden Tourismusströme durch die Stadt geleitet werden, ohne dass sie das Lebensgefühl der Einheimischen einschränkten. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erklärte, die Tourismusbranche habe „international für die Zukunft noch großes Potenzial“. Gleichzeitig mahnte er: „Aber insbesondere mit Blick auf die europaweiten Schwierigkeiten mit dem Euro dürfen wir mit unseren Anstrengungen nicht nachlassen.“