Reinigung

Gedächtniskirche erstrahlt für 250.000 Euro wieder

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Foto: Glanze

Seit ihrer Erbauung vor 50 Jahren sind die Fenster und Wände der Berliner Gedächtniskirche erstmals von Innen gereinigt worden.

Die Puderdose, wie die Gedächtniskirche liebevoll genannt wird, ist entstaubt. Durch die blauen Fenster in der Wabenwand dringt wieder Licht in den Kirchenraum. Während einer dreiwöchigen Grundreinigung wurde im Innenraum Ruß und Schmutz aus den zurückliegenden 50 Jahren entfernt. Erstmals seit der Einweihung der von Egon Eiermann entworfenen Kirche wurden jetzt die Fenster und Wände von innen geputzt. Am Dienstag haben der Reinigungsgerätehersteller Kärcher und die Unternehmensgruppe Dussmann das Ergebnis ihrer gesponserten Aktion Pfarrer Martin Germer vorgestellt. Gleichzeitig besiegelten die beiden Unternehmen eine dauerhafte Partnerschaft für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. „Das Kulturdenkmal ist jetzt wieder in seiner ursprünglichen Gestalt erfahrbar, so wie es von seinem Architekten ursprünglich geplant war“, sagt Christian May, Geschäftsführer der Kärcher Vertriebs GmbH.

Innenbeleuchtung nicht mehr nötig

Plötzlich seien Dinge sichtbar, die er bisher so nie gesehen habe, sagt Pfarrer Germer. „Das Licht fängt sich in den Scheiben und verändert sich je nach Sonneneinstrahlung“, sagt Germer. Spezielle Effekte würden sich durch die doppelte Glaswand ergeben. Wenn ein Lichtstrahl durch ein rotes und ein blaues Glas falle, werde daraus violett. Während die Kirche innen bisher so dunkel war, dass sie permanent beleuchtet werden musste, könne jetzt getrost darauf verzichtet werden. Auch die 400-Watt-Strahler, die abends in dem Zwischenraum der beiden Glaswände die Kirche nach innen und außen beleuchten, können tagsüber nun ausgeschaltet bleiben. Das spart nicht nur Energiekosten, sondern verschafft dem Gebäude auch seine ursprüngliche Anmutung. Die Leuchtkraft kommt allein durch die weltberühmten Glasmosaike von Gabriel Loire aus dem französischen Chartres zur Geltung.

250.000 Euro Kosten

Doch nicht nur 27.000 Glasfenster wurden gereinigt, sondern auch der bunt gepunktete Keramikfliesenboden. Nicht zuletzt wurde der Betonsockel vom schwarzen Kerzenruß befreit. Insgesamt 250.000 Euro haben sich die beiden Unternehmen Kärcher und Dussmann die Reinigung kosten lassen.

( flo )