Innenausschuss

Berliner Polizei hat ihren Maulwurf noch nicht gefunden

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Der Innensenator wertet trotz des Informationslecks das Verbot der Hells Angels als Erfolg. Dem angeschossenen Rocker gehe es besser.

In einer Sondersitzung des Innenausschusses des Abgeordnetenhauses ging es am Freitag erneut um die Bekämpfung krimineller Rocker und insbesondere um das Informationsleck, das es Ende Mai im Zusammenhang mit dem Verbot eines Rockerklubs gegeben hat. Nach Angaben der amtierenden Polizeipräsidentin Margarete Koppers wusste ein großer Kreis von Personen von dem bevorstehenden Verbot, darunter Mitarbeiter der Polizeipressestelle, des Bundesinnen- und Justizministeriums sowie der Innenbehörde in Brandenburg. Ob aus diesem Personenkreis Informationen direkt an die Hells Angels weitergegeben wurden, sei unklar und werde geprüft. Die Polizei geht aber davon aus, dass aus ihren eigenen Reihen geheime Informationen zumindest an einen Journalisten weitergereicht wurden. Deshalb laufen interne Ermittlungen wegen Geheimnisverrats. Da einige der Infos falsch gewesen seien, befände sich das Leck wohl nicht im engsten Kreis der eingeweihten Polizisten, sagte Koppers.

Wie berichtet, hatte Innensenator Frank Henkel (CDU) den MC Berlin City Club der Hells Angels Ende Mai verboten. Noch bevor jedoch die Polizei das Verbot umsetzen konnte, löste sich der Verein selbst auf, das Vereinsheim wurde ausgeräumt und Beweismaterial zur Seite geschafft. Im Innenausschuss wertete der Innensenator die Aktion von Innenbehörde und Polizei dennoch als Erfolg. Schließlich sei das Ziel erreicht und der Verein verboten worden. „Wir haben es hier mit einem der brutalsten und gefährlichsten Phänomene in der Stadt zu tun“, sagte Henkel.

Unterdessen haben sich am Freitag auch die Hells Angels selbst zu Wort gemeldet. Über einen Sprecher, der sich „Django“ nennt, ließen sie mitteilen, dass es dem niedergeschossenen Chef der Berliner Hells Angels Nomads, André S., besser gehe und er wieder laufen könne. „Ihm geht es gesundheitlich erstaunlich gut“, sagte der Sprecher. Die Hells Angels würden gegen jedes einzelne Vereinsverbot vorgehen, teilte er weiter mit.

( ur )