Nach Plagiatsvorwürfen

CDU-Fraktion spricht Florian Graf das Vertrauen aus

Mit großer Mehrheit spricht sich die Berliner CDU-Fraktion für ihren Chef aus. Henkel erklärt die Plagiatsdebatte damit für beendet.

Foto: DPA

Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hat ihrem Vorsitzenden Florian Graf den Rücken gestärkt. Bei einer Vertrauensabstimmung sprachen sich 30 der 34 anwesenden Parlamentarier für ihn aus, drei Stimmten dagegen und einer enthielt sich. Damit hat der Fraktionschef 88 Prozent hinter sich. Zudem haben die vier bei der Abstimmung fehlenden Abgeordneten Graf in einem Brief das Vertrauen ausgesprochen.

Der Fraktionschef zeigte sich "außerordentlich dankbar" für diese Unterstützung und entschuldigte sich erneut für sein Verhalten bei seiner Promotion. Er sagte: „Ich habe große Fehler gemacht und eingeräumt.“ Graf hatte am vergangenen Freitag seine Dissertation zurückgezogen und eingeräumt, mit Plagiaten gearbeitet zu haben. Aus diesem Grund stellte er nun die Vertrauensfrage.

Der Landesvorsitzende der Berliner CDU, Innensenator Frank Henkel, sprach von einem „ehrlichen Ergebnis“ und erklärte die Plagiatsdebatte nun für beendet. „Das Thema ist für mich und die Fraktion damit erledigt“, sagte Henkel, auch wenn es Graf persönlich noch verfolgen werde.

Doktortitel erwartungsgemäß entzogen

Graf hat für seine Doktorarbeit Teile von mindestens zwei wissenschaftlichen Arbeiten anderer Autoren aus dem Internet kopiert – ohne dies kenntlich zu machen. Das räumte er in einem Brief an die Universität Potsdam ein.

Auch im Literaturverzeichnis seiner Promotion tauchen die Autoren nicht auf. Der Plagiatsvorwurf betrifft sieben der 209 Seiten seiner Promotion. Dabei geht es um einen Passus über den wissenschaftlichen Forschungsstand zur CDU. Zudem hat er Fehler beim Zitieren gemacht. In dem Brief gibt er zu, sich fremdes Wissen zu Eigen gemacht zu haben. „Dies ist eine Täuschungshandlung“, so Graf an die Dekanin der Universität Potsdam, Theresa Wobbe.

2010 gab Graf seine Arbeit ab. Sie wurde mit „cum laude“, was der Note zwei entspricht, bewertet. Nun hat die Universität Potsdam Graf erwartungsgemäß den Doktortitel entzogen. Das gab die Universität am Mittwoch bekannt. Der Promotionsausschuss der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät bescheinigte Graf, in seiner Dissertation an mehreren Stellen abgeschrieben zu haben. „Ich werde gegen diese Entscheidung kein Rechtsmittel einlegen“, sagte Florian Graf am Mittwoch. „Sie wird damit bestandskräftig.“