Leerstand

Steglitzer Kreisel kostet jährlich mehr als 700.000 Euro

Für das ehemalige Verwaltungsgebäude zahlt Berlin viel Geld - mindestens noch zwei Jahre. Dann soll es asbestsaniert und verkauft werden.

Foto: dpa-Zentralbild

Obwohl der Steglitzer Kreisel seit viereinhalb Jahren leersteht, verschlingt die Bewirtschaftung des 118 Meter hohen Turms jedes Jahr viel Geld. Voraussichtlich 711.400 Euro kostet sie in diesem Jahr, für das kommende Jahr sind sogar fast 730.000 Euro dafür im Berliner Haushalt eingeplant. Mindestens noch bis 2013 muss das Land Berlin das leerstehende ehemalige Verwaltungsgebäude bezahlen. Versuche, das asbestverseuchte Hochhaus zu verkaufen, blieben bislang erfolglos.

Besonders hoch in der Bewirtschaftung ist das Wohngeld, das mit 228.000 Euro veranschlagt ist. Nach Auskunft von Sven Lemiss, dem Chef der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), handelt es sich dabei neben den Verwaltungskosten auch um Wartungs- und Überwachungskosten, Instandhaltungskosten, Straßenreinigung und Reinigungsmaterial. Dieses Wohngeld, in dem allgemeine Betriebskosten enthalten sind, zahlt die BIM an den Verwalter Becker & Kries, dem das bereits sanierte Sockelgebäude gehört.

Dazu kommen die Stromkosten noch einmal extra. Zahlte das Land 2010 noch 110.000 Euro, liegen die Stromkosten in diesem Jahr schon bei 160.000 Euro. Sie entstehen durch die Grundversorgung der technischen Gebäudeausrüstung, wie die Sicherheitsbeleuchtung, Fluchtwegbeschilderung und durch die allgemeine Beleuchtung sowie auch die Aufzüge und die Befeuerungsanlage für die Flugwarnanlage auf dem Dach des Hochhauses. Da das Unternehmen Becker & Kries Miteigentümer am Steglitzer Kreisel ist, werden die Kosten auf die Miteigentumsanteile nach entsprechender Anteilshöhe umgelegt. „Da es sich um gemeinschaftliche Anlagen handelt, können diese nicht stillgesetzt werden“, sagt Sven Lemiss. Für 2012 rechnet die BIM auch mit Kosten von 180.000 Euro für Wärme. Die Wasserkosten schlagen mit 25.000 Euro zu Buche. Das begründet der BIM-Chef mit regelmäßigen Spülungen der Sanitäreinrichtungen, die durchgeführt werden müssen. Darüber hinaus würden noch Niederschlagswasserentgelte anfallen. Die Kosten der Asbestsanierung werden aufgrund eines Gutachtens mit 31 Millionen Euro veranschlagt. Im Haushalt 2012 wurden sechs Millionen Euro und 2013 zwölf Millionen Euro eingestellt. Die Planung der Arbeiten soll im Juli 2012 abgeschlossen sein. Dann erfolgt die europaweite Ausschreibung der Bauleistungen. Im Oktober 2012 soll mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen werden, damit der Asbestrückbau Anfang 2013 starten kann. Etwa 30 Monate wird für die Sanierung des Kreisels gerechnet. Danach soll das Bürohochhaus verkauft werden.

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