Schnaps angeboten

Angst vor dem Schnaps-Panscher ist in Berlin wieder da

Der Täter, der auf Berliner Weihnachtsmärkten mindestens 13 Personen vergiftetet hatte, treibt offenbar wieder sein Unwesen.

Foto: dpa

Im vergangenen Dezember versetzte der sogenannte „Giftschnaps-Panscher“ Besucher von Berliner Weihnachtsmärkten in Unruhe. Ein Unbekannter verteilte damals dort mit K.o.-Tropfen gemixte Schnapsfläschchen und vergiftete mindestens 13 Personen. Am Sonnabend kam es nun vor dem Hauptbahnhof in Moabit zu einem ähnlichen Fall. Ein Mann soll zwei Frauen ebenfalls Schnaps angeboten haben, um auf die Geburt seiner Tochter anzustoßen. Der Fall lässt die Ermittler aufhorchen, da die Masche genau dieselbe ist, mit der der Unbekannte 2011 agierte.

Mit roter Flüssigkeit gefüllte Schnapsflaschen

Nach Polizeiangaben meldeten sich am Abend des Sonnabends die beiden 36 und 37 Jahre alte Frauen bei der Polizei. Sie erzählten den Beamten, dass sie gegen 17 Uhr auf dem Washingtonplatz von einem Mann angesprochen wurden, der ihnen eine Obdachlosenzeitung verkaufen wollte. Die Frauen beachteten den Mann nicht weiter. Nur kurze Zeit später trafen sie an einer Bushaltestelle erneut auf ihn. Diesmal bot er ihnen zwei mit roter Flüssigkeit gefüllte Schnapsflaschen an. Als Grund nannte er die Geburt seiner Tochter. Zur Feier des Tages wolle er mit ihnen darauf anstoßen, sagte er. Als die Frauen ablehnten, ging der Mann weiter. Im Laufe des Abends erinnerten sich die beiden jedoch an die Vorkommnisse vom vergangenen Dezember. Als sie sich das von der Polizei veröffentlichte Phantombild ansahen, glaubten sie den Mann wiedererkannt zu haben. Die Polizei schließt einen Zusammenhang nicht aus.

13 Personen vergiftet

Der Fall sorgte damals für bundesweite Schlagzeilen. Innerhalb von wenigen Tagen fielen mindestens 13 Personen auf den Täter herein. Seine Masche war perfide. Der etwa 40 Jahre alte Täter sprach in allen Fällen stets Pärchen oder kleinere Gruppen an und erzählte ihnen freudestrahlend von der Geburt seiner Tochter. Dann zog er aus einem Rucksack die offenbar mit K.o.-Tropfen vergifteten Schnapsfläschchen, stieß mit ihnen an und verschwand anschließend in der Menge. Nur kurze Zeit später litten die Opfer an Übelkeit, Bewusstseinsstörungen und Krampfanfällen – viele mussten sich übergeben. Zwei Frauen wurden sogar ohnmächtig und mussten in Krankenhäusern behandelt werden. In einem anderen Fall lud ein als Weihnachtsmann verkleideter Mann eine 15-Jährige und ihre Freundin auf einen Glühwein ein. Während ihre Freundin ablehnte, musste sich die 15-Jährige, die davon getrunken hatte, mehrere Male übergeben.

Das Motiv des Täters ist nicht bekannt, die Polizei steht vor einem Rätsel. Denn K.o.-Tropfen werden in der Regel eingesetzt, um Opfer gefügig zu machen, sie auszurauben oder zu vergewaltigen. Dies soll der Mann jedoch nie versucht haben.