Nach Umbau

So sieht der neue Fernsehturm in Berlin-Mitte aus

Ab Ostern können Besucher überprüfen, ob der Umbau des Fernsehturms gelungen ist. Orientierung bot die Originaleinrichtung von 1969.

Zurück zu den Ursprüngen. Das Innere des Berliner Fernsehturms auf dem Alexanderplatz orientiert sich wieder am Eröffnungsjahr 1969. „Fernsehturm reloaded“, nennt Geschäftsführerin Christina Aue den Umbau, der im November 2011 begonnen hat und jetzt fast beendet ist. Rund 1,5 Millionen Euro hat die Erneuerung gekostet. „Das haben wir vollständig selbst finanziert“, betonte Christina Aue bei einer Präsentation am Dienstag. Kein Kredit, keine Fördermittel seien in Anspruch genommen. Alle Arbeiten seien von Firmen aus Berlin und Brandenburg ausgeführt worden.

„Jede Etage hat jetzt ihr eigenes Design“, sagte Aue. „Die Farben von 1969 waren sehr warm gestaltet – dahin wollte ich gern wieder zurück.“ Jetzt dominieren Beige und Goldtöne in der Panorama-Etage, die früher in Grau und Schwarz gehalten war. 60 Infotafeln – früher waren es nur zehn – erklären in 203 Metern Höhe die Stadt, ihre Geschichte und die Sehenswürdigkeiten. Bordeaux-Rot ist die Decke im Restaurant und mit mehr als 4000 Leuchtpunkten bestückt. Braun ist der Fußboden gehalten. Wandfolien und Teppichböden sind aus schwer entflammbaren Materialien. In der oberen Eingangshalle des Turms dämpft jetzt ein Teppichboden den Schall der Schritte, die zuvor auf Steinfliesen hallten. Sessel, Tische und eine Bar sind aufgestellt, damit die Gäste mehr Bequemlichkeit in der Wartezeit vorfinden. Wände in der Halle wurden wieder mit Holz verkleidet, wie 1969.

Höchstens 320 Besucher gleichzeitig in der Kuppel

Rund 1,25 Millionen Gäste habe man 2011 gezählt, sagte die Geschäftsführerin. Sie kommen zu 60 Prozent aus dem deutschsprachigen Raum. Die übrigen 40 Prozent sind vor allem europäische Touristen. Eine Steigerung der Besucherzahlen ist nicht leicht zu erreichen. Denn aus Sicherheitsgründen dürfen sich höchstens 320 Besucher gleichzeitig in der Kuppel aufhalten: 120 in der Panoramaetage und 200 im Restaurant. „Wir können nur hoffen, dass sich der Durchlauf ein bisschen erhöht“, so Christina Aue. Deshalb dreht sich die Kugel tagsüber, bei hohem Besucherandrang, in einer halben Stunde um 360 Grad. Abends wird die Geschwindigkeit des Drehrings auf eine Umdrehung in 60 Minuten reduziert. „Weil die Gäste am Abend länger bleiben.“

Das Kassenhäuschen ist unantastbar

Das Landesdenkmalamt hat beim Umbau ein gewichtiges Wort mitgesprochen. Wesentliche Elemente der Anfangszeit sind geblieben. „Überall finden Sie die Kugel- und die Kreisform – das war schon früher so“, sagte Fernsehturm-Sprecher Dietmar Jeserich. Und: „Das alte Kassenhäuschen ist unantastbar.“ Obwohl es nicht mehr in Betrieb ist.

Das Restaurant in 207 Metern Höhe hat auch Neues zu bieten. Früher wurde der größte Teil der Speisen in der Küche im Erdgeschoss gefertigt, nach oben transportiert und noch einmal aufgewärmt. „Darunter leiden definitiv die Hauptrohstoffe“, sagte der gastronomische Leiter Alexander Busch. Jetzt werden Kalbsrücken, Kabeljau und Jakobsmuscheln hoch oben und auf 20 Quadratmetern vollständig zubereitet, mit verbesserter Küchentechnik. Die Speisekarte ist kürzer geworden. Früher enthielt sie mehr als 30 Gerichte, jetzt sind es noch 18. Doch das Angebot ändert sich täglich. Schlusspunkt der Modernisierung wird ein neues Piano im Restaurant sein. „Das schaffen wir als Letztes an“, sagte Geschäftsführerin Aue.

Der Eintrittspreis für den Fernsehturm soll in diesem Jahr bei zwölf Euro bleiben. 2011 waren es elf Euro.

Mehr Informationen gibt es im Netz auf den Seiten des Berliner Fernsehturms.