Berliner Hostel

Jugendliche sollen Mitschüler missbraucht haben

In Mitte soll es in einer Schülergruppe aus Hannover zu einem Fall sexuellen Missbrauchs gekommen sein. Angeblich wurde die Tat gefilmt.

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In einem Hostel im Bezirk Mitte soll es unter männlichen Schülern zu einem sexuellen Missbrauch gekommen sein. Zwei 16 und 17 Jahre alte Jugendliche sollen einen Mitschüler geschlagen und anschließend sexuell missbraucht haben. Die Jugendlichen aus der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover waren in der vergangenen Woche für drei Tage auf Klassenfahrt in Berlin, wo sie in Begleitung von Lehrern in dem Hostel untergebracht waren. Wie am Wochenende bekannt wurde, soll sich der Zwischenfall bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ereignet haben.

Die Berliner Polizei bestätigte den Vorgang und ermittelt jetzt nach Angaben eines Sprechers wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs und wegen Körperverletzung. Die Hintergründe der Tat seien noch ungeklärt und Gegenstand der laufenden polizeilichen Ermittlungen.

Die beiden unter Verdacht stehenden 16 und 17 Jahre alten Jungen sollen ihren Mitschüler in einem Hostel-Zimmer zunächst angegriffen und dabei am Kopf verletzt haben. Außerdem soll es einem Bericht des Radiosenders NDR 1 Niedersachsen zufolge dann auch zu einer sexuellen Nötigung des Schülers gekommen sein. Dabei sollen sich mehrere Augenzeugen zum Zeitpunkt des Übergriffs in dem Zimmer aufgehalten haben.

Die Taten sollen demnach angeblich auch mit Mobiltelefonen gefilmt worden sein. Mehrere Handys sollen inzwischen beschlagnahmt worden sein. Ob auf den Telefonen der Schüler bereits Beweismittel entdeckt wurden, konnte der Polizeisprecher nicht sagen.

Das Fachkommissariat 13 beim Landeskriminalamt Berlin – zuständig für Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung – führe die Ermittlungen und plane weitere Befragungen der Schüler. Dabei würden auch Beamte aus Hannover eingebunden, hieß es lediglich. Nach Angaben der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ soll es sich bei den betroffenen Jugendlichen um Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule aus dem Stadtteil Döhren handeln.

Die niedersächsische Landesschulbehörde in Lüneburg hat Kenntnis von dem Zwischenfall und hat bereits reagiert. Sämtliche Beteiligten seien vorläufig vom Schulunterricht befreit worden, erklärte der Sprecher der Behörde, Christian Zachold. Eine Mitschülerin hatte eine Lehrerin über die Vorfälle informiert. Die Pädagogin habe daraufhin die Berliner Polizei eingeschaltet und so die Ermittlungen ins Rollen gebracht.

Unklar ist bislang jedoch, wie es zu dem Übergriff der Jugendlichen gekommen ist und was konkret in dem Hostel-Zimmer passiert ist. Die Polizei machte am Sonntag keine detaillierten Angaben zu den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs.