Von Spandau bis Wilmersdorf

Polizei sucht Verursacher kilometerlanger Ölspur

Fast 50 Feuerwehrleute haben am Montag verhindert, dass eine Ölspur von 13 Kilometern Länge das Berliner Grundwasser verseucht. Der Verursacher der Rekord-Spur müsste für 10.000 Euro Einsatzkosten aufkommen.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Die Polizei ist auf der Suche nach einem Phantom. Doch dieses Mal ist es weder ein Bankräuber noch ein brutaler U-Bahn-Schläger. Es ist ein Mann oder eine Frau, dessen oder deren Fahrzeug wohl lange nicht mehr in der Werkstatt gewesen ist. Nur so ist es zu erklären, dass am Montag ein bislang einmaliger Rekord aufgestellt wurde. Denn seitdem zieht sich eine 13 Kilometer lange Ölspur durch die Stadt. So etwas haben selbst langjährige Mitarbeiter der Feuerwehr in ihrem Berufsleben noch nicht gesehen.

Gegen 8 Uhr wurden die Einsatzkräfte gerufen, weil mehrere Öllachen an verschiedenen Stellen entdeckt wurden. Schnell stellte sich heraus, dass sie eine kilometerlange Spur ergaben. Sie zog sich von der Pichelsdorfer Straße/Ecke Heerstraße in Spandau bis nach Wilmersdorf. Nach Feuerwehrangaben waren an einigen Stellen nur ein paar Tropfen auf der Fahrbahn zu sehen, woanders seien die Lachen bis zu einem Meter breit gewesen. Um zu verhindern, dass das Öl ins Abwasser gelangt, rückten am Vormittag insgesamt fast 50 Feuerwehrleute in zehn Einsatzfahrzeugen aus, um das Öl mit etwa 1250 Kilogramm Bindemittel zu überstreuen. Anschließend musste es die BSR wieder zusammenkehren.

Rund vier Stunden dauerte der Einsatz. Weil für die Arbeiten jeweils eine Fahrbahn gesperrt werden musste, kam es zu kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen. Wer der Verursacher ist, ist unklar. Fest steht, dass der Fahrer über Heerstraße, Jafféstraße, Rathenauplatz auf den Kurfürstendamm gefahren ist. An der Ecke Lietzenburger Straße/Pfalzburgerstraße endet die Spur. Angesichts der Menge des Öls vermutet die Feuerwehr, dass es sich um einen größeren Bus oder Lastwagen gehandelt haben könnte. Noch am Vormittag konnte die Feuerwehr ein mögliches Fahrzeug identifizieren. Bei einer Untersuchung stellte sich jedoch heraus, dass es sich nicht um das gesuchte Fahrzeug handelte. Die Kosten für den Einsatz, die der Verursacher der Spur zahlen müsste, schätzt die Feuerwehr auf rund 10.000 Euro.