Rufnummer 115

Senat eröffnet sein neues Callcenter

Nach 15 Monaten Umbauarbeiten ist das neue Dienstleistungszentrum ITDZ des Senats in Charlottenburg-Wilmersdorf fertig. Die Einrichtung für 10 Millionen Euro ist neben der zentralen Telefonvermittlung auch Internet-Dienstleister der Berliner Verwaltung.

Foto: Sven Lambert

Innensenator Frank Henkel (CDU) hat am Freitag das neue Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) in Wilmersdorf eröffnet. Das Gebäude beherbergt das Callcenter für die berlinweit geltende Telefonauskunft 115 und ein neues Sicherheits-Datenzentrum. Die Umbauarbeiten dauerten 15 Monate und haben insgesamt 10 Millionen Euro gekostet. „Eine moderne Informationstechnik ist wichtig für die Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Verwaltung“, sagte Innensenator Henkel. Das Zentrum dient als zentraler Internet-Dienstleister der Berliner Verwaltung. Es enthält neben der zentralen Telefonvermittlung mit 200 Arbeitsplätzen eine Druckerei für die Verwaltung, in der Formulare, Bescheide und Mitarbeiterinformationen gedruckt werden. Außerdem befindet sich ein Sicherheitsdatenzentrum in dem Gebäude an der Berliner Straße. „Damit stellt sich das ITDZ auf den absehbar steigenden Bedarf nach zentraler Datenspeicherung und –verarbeitung ein“, sagte der Leiter des ITDZ, Konrad Kandziora.

Das ITDZ ist eine Anstalt öffentlichen Rechts und setzte im vergangenen Jahr 108 Millionen Euro um. Im vergangenen Jahr riefen 160.000 Berliner die zentrale Rufnummer 115 an und ließen sich mit ihren Fragen an die zuständige Verwaltung verbinden oder vereinbarten Termine für einen Behördenbesuch. Drei von vier Anfragen wurden nach Angaben Kandzioras direkt beantwortet. Die durchschnittliche Wartezeit für Anrufer betrug 16 Sekunden. Künftig soll die Rufnummer 115 bundesweit als zentrale Auskunftsnummer der Verwaltung dienen. In Berlin ist sie seit einem Jahr in Betrieb. In der zentralen Verwaltungsdruckerei werden jährlich rund 43 Millionen Seiten gedruckt. „Im Rechenzentrum haben wir 4000 Server im Blick“, sagte Kandziora. Henkel betonte auf einem Rundgang durch das neue Zentrum die wachsende Bedeutung der Internet-Technologie. „Der Senat setzt auf die Leistungsfähigkeit des ITDZ“, sagte der Innensenator. Sie sei entscheidend für wichtige Anstöße in der Verwaltung.

Projekt „opendata“

Der Senat plant eine weitgehende Offenlegung aller nicht personengebundenen Daten der Verwaltung. Dazu hat das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme im Auftrag des Senats eine Machbarkeitsstudie erstellt. Die Idee des „opendata“ genannten Projektes ist, alle Daten der Verwaltungen zu veröffentlichen und lizenzfrei zur Weiterverarbeitung zur Verfügung zu stellen. So könnten Unternehmen die Daten nach ihren Bedürfnissen filtern, sammeln und daraus weitere Angebote wie zum Beispiel Internet-Applikationen („Apps“) anbieten. Im aktuell zur Abstimmung vorliegenden Haushaltsentwurf ist allerdings kein Geld für das von der Wirtschaftsverwaltung betreute opendata-Vorhaben bereitgestellt.

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