Minusgrade

Wenn der Berliner Feuerwehr das Wasser gefriert

Auch der Berliner Feuerwehr macht die eisige Kälte zu schaffen. In Steglitz waren 150 Feuerwehrleute im Einsatz, die mit Glätte und Einsturzgefahr zu kämpfen hatten. Während bei diesem Brand niemand verletzt wurde, forderte ein Feuer in Lichterfelde ein Todesopfer.

Foto: Steffen Pletl

Auch die Berliner Feuerwehr hat inzwischen bei Brandeinsätzen die Folgen extremer Minustemperaturen zu spüren bekommen. Vor allem in der Nacht zu Donnerstag mussten die Einsatzkräfte bei einem Großbrand an der Steinstraße in Steglitz erleben, wie Löschwasser bei eisigen Temperaturen um zehn Grad Minus innerhalb weniger Augenblicke gefror und den Boden am Brandort in eine spiegelglatte Eisfläche verwandelte.

Bei einem weiteren Feuer in einem Wohnhaus an der Steglitzer Fahrenheitstraße kam in derselben Nacht ein 37 Jahre alter Mieter ums Leben.

An der Steinstraße war die Feuerwehr über Stunden hinweg mit bis zu 150 Löschkräften im Einsatz, nachdem das Feuer kurz nach Mitternacht in einem fünfgeschossigen Altbau ausgebrochen war. Betroffen waren zunächst die unteren Geschosse und der Keller, trotz der eisigen Temperaturen konnte sich das Feuer jedoch in kurzer Zeit bis ins Dachgeschoss ausbreiten.

Erschwert wurden die Löscharbeiten, weil auf den durch blitzschnell gefrierendes Löschwasser entstandenen Eisflächen am Einsatzort immer wieder gestreut werden musste. Ein zusätzliches Problem sei für die Einsatzkräfte durch die Einsturzgefahr des brennenden Gebäudes entstanden, sagte Feuerwehrsprecher Jens-Peter Wilke.

Die Löscharbeiten konnten erst am Donnerstagvormittag beendet werden, eine Brandwache blieb noch bis zum Nachmittag vor Ort. Glücklicherweise war das Gebäude unbewohnt, vorsorglich evakuierte Bewohner der Nachbarhäuser wurden im Bus der Feuerwehreinsatzleitung untergebracht.

Das von dem Feuer betroffene Haus wird seit Monaten aufwendig saniert, die Arbeiten sollten demnächst abgeschlossen werden. Erst am Tag zuvor waren teure Küchenteile angeliefert worden, die jetzt ebenfalls ein Raub der Flammen wurden. Über die Höhe des Schadens ist noch nichts bekannt. Die Polizei vermutet nach ersten Ermittlungen Brandstiftung als Ursache. Bei der Feuerwehr geht man davon aus, dass die noch fehlenden Türen und die großen Mengen an leicht brennbaren Baumaterialien im Inneren des Gebäudes zu der rasend schnellen Ausbreitung des Feuers führten.

Mann stirbt in Wohnung

Zu den durch den Frost entstandenen Problemen sagte Wilke, Fahrzeuge und Ausstattung der Feuerwehr seien inzwischen auf Winterbetrieb umgestellt. „Das heißt, nach jedem Einsatz werden Schläuche, Pumpen, Verbindungsteile und Apparaturen komplett entwässert. So wird verhindert, dass Reste von Löschwasser gefrieren und unter Umständen beim nächsten Einsatz die volle Leistungsfähigkeit der Geräte gefährden“, erklärte der Feuerwehrsprecher.

Während bei dem Großbrand an der Steinstraße niemand verletzt wurde, forderte ein Feuer in einem Wohnhaus an der Fahrenheitstraße in Lichterfelde ein Todesopfer. Nachbarn bemerkten gegen 22.30 Uhr dichten Qualm im Treppenhaus, der aus einer Wohnung in der fünften Etage kam, und alarmierten Polizei und Feuerwehr. Nach Beendigung der Löscharbeiten entdeckten Feuerwehrleute in der Wohnung den Toten. Bei ihm handelt es sich offensichtlich um den Wohnungsmieter. Die Brandursache ist derzeit noch unklar.