Angebot für Hilfsbedürftige

VBB muss bei erfolgreichem Begleitservice sparen

Aus Kostengründen muss der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg seinen Bus- und Bahn-Begleitservice stark einschränken. Bislang hat der VBB 40.000 Hilfestellungen gegeben.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) muss die Mitarbeiterzahl seines erfolgreichen Bus- und Bahn-Begleitservices fast halbieren. Seit dem Jahr 2008 begleiten ehemalige Arbeitslose im Rahmen des Projekts behinderte oder hilfsbedürftige Menschen auf Fahrten im Nahverkehr. Zum 1. Februar laufen jedoch die befristeten Verträge von 49 Mitarbeitern aus. Die verbleibenden knapp 60 Mitarbeiter bieten zwar weiterhin ihre Dienste an, doch schränkt der VBB notgedrungen die Servicezeiten ein. „Begleitungen in den Abendstunden bis 22 Uhr und am Wochenende entfallen“, sagt VBB-Sprecherin Elke Krokowski.

Der Grund für die Kürzungen: Der wegen hohen Kosten umstrittene Öffentliche Beschäftigungssektor (ÖBS) für Langzeitarbeitslose, aus dem das Projekt bisher teilweise finanziert wurde. Den ÖBS, der nun ausläuft, beschloss die alte Koalition – die neue Regierung verständigte sich darauf, diesen nicht zu verlängern, sondern auf Bundesprogramme wie zum Beispiel Bürgerarbeit auszuweichen.

40.000 Begleitungen

„Es ist noch offen, ob und wie wir das Projekt im Sommer weiterfinanzieren werden“, sagt Elke Krokowski. Man bemühe sich, nun auf andere Förderinstrumente zurückzugreifen. Welche das genau sein werden, das wisse sie noch nicht. Sicher hingegen ist der Erfolg des Projekts: „Bis heute haben wir insgesamt 40.000 Begleitungen angeboten“, sagt Krokowski. Das Modell habe bundesweit Beachtung gefunden, ähnliche Angebote seien in Cottbus, Frankfurt am Main und Hamburg aufgebaut worden.

Eine Frau, die den Begleitservice jede Woche beansprucht, ist Gerlinde Bendzuck. Seit zwei Jahren setzt die 44-Jährige auf die VBB-Helfer, die die Rollstuhlfahrerin einmal in der Woche begleiten. Sie selbst engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand der Rheumaliga. „Sitzungen von Arbeitsgruppen, Vorstandssitzungen – es fallen viele Termine an, die ich ohne den Begleitservice nicht bewältigen könnte“, sagt Bendzuck, die ein Institut für Marktforschung hat. „Für viele ältere Menschen, die auf das Angebot angewiesen sind, wäre es eine Katastrophe, wenn es eingestellt wird“, befürchtet Bendzuck. Der VBB sucht nun nach einer Finanzierung.