City West

Bäume stehen Investor am Bikinihaus im Weg

Es ist eine der größten Baustellen Berlins: Das Bikinihaus in der City West. Jetzt will der Investor 17 Platanen fällen lassen. Die Bäume stören den Fortgang der Bauarbeiten. Der Bezirk ist dagegen.

Foto: Bayerische Bau- und Immobiliengr

Es geht um 17 Bäume, die vor einer der größten Baustellen Berlins, dem Bikinihaus, stehen. Seit fast neun Monaten beschäftigen diese Platanen die Bayerische Hausbau. Das Immobilienunternehmen baut das denkmalgeschützte Gebäudeensemble gleich um für die Zukunft – angefangen beim Hochhaus am Zoo über den Zoo Palast und das Bikinihaus bis hin zum Kleinen Hochhaus – und investiert deshalb einen dreistelligen Millionenbetrag. 54.000 Quadratmeter Nutzfläche – Einzelhandel, Gastronomie, Kino, Hotel, Büros und Lagerflächen – entstehen. Doch für die 17 Bäume, die der Baustelleneinfahrt im Weg stehen und verhindern, dass Sattelschlepper auf das Gelände fahren können, sucht Projektentwickler Stefan Günster immer noch nach einer Lösung.

"Händeringend“, sagte Günster. Es geht um die Logistik für die nächsten anderthalb bis zwei Jahre. Mit kleinen Fahrzeugen kann die Baustelle zwar befahren werden, aber schon jetzt ist zwischen Gerüst und Straße nicht genügend Platz, damit Sattelschlepper aufs Gelände kommen. Das werde aber zunehmend wichtig, da mit dem Fortschreiten der Arbeiten ab Mai oder Juni Sattelschlepper haustechnisches Equipment und auch Fassadenteile anlieferten, berichtete Günster in der letzten Sitzung des Bauausschusses.

Schon jetzt liefere ein Sattelschlepper einmal die Woche Baustahl. „Er steht auf der Fahrbahn, und wir laden über Fuß- und Fahrweg ab. Dabei entstehen lebensgefährliche Situationen. Wir brauchen das Fällen, weil wir sonst nicht wissen, wie wir die Baustelle anfahren sollen“, appellierte Günster an die Bezirksverordneten. Der CDU-Politiker Stefan Häntsch warf Günster jedoch vor, die Bäume nur aus Kostengründen fällen zu wollen. Warum werde die Mittelinsel nicht mitgenutzt und die Fahrbahnen verschwenkt, wollte er wissen. „Alternativlos ist die Baumfällung nicht, es kostet nur Geld. Diese Bäume dürfen dort nicht weg. Sie wollen einfach nur eine freie Sicht auf ihr Gebäude haben“, sagte Häntsch.

Viele Varianten werden geprüft

Seit Monaten prüfen Mitarbeiter der Verkehrslenkung Berlin, der Polizei, des Tiefbauamtes, des Grünflächenamtes, der Berliner Verkehrsbetriebe und die Verkehrsplaner des Investors immer neue Varianten. Es gibt bislang keine Lösung. Die Bäume zu fällen, verhindern Bezirksverordnete von CDU, Grünen und den Piraten. SPD und Linke würden eine Fällung erlauben, damit die Bauarbeiten vorankommen. „Wir würden eine Kompensation in Form von mehr Bäumen, die der Investor anschließend nachpflanzt, begrüßen. Wir haben sowieso Sorge, dass die jetzigen Bäume durch die Baustelle Schaden nehmen und noch schiefer als jetzt bereits weiterwachsen“, sagte Heike Schmitt-Schmelz (SPD).

Jetzt soll die Verkehrslenkung Berlin entscheiden, ob der Rad- und Fußweg an der Budapester Straße aufgegeben wird und ob auf eine Fahrspur zwei Jahre lang an diesem Verkehrsknotenpunkt verzichtet werden kann. „Der 18 bis 24 Monate dauernde Dauerstau wird für die Innenstadt eine Katastrophe“, prognostizierte Stadtrat Marc Schulte (SPD). Er bedauere, dass diese Lösung außerdem zum Nachteil der Fußgänger und Radfahrer ausfallen werde.

Das Votum des Bauausschusses will er jedoch akzeptieren, theoretisch könnte er auch ohne die Bezirksverordneten über die Fällungen entscheiden. Fraglich ist nach Auskunft von Schulte auch, ob die Bereiche überhaupt so belastbar sind, dass man eine Fahrbahn drauflegen könnte. Zumindest darf das Unternehmen die vom Grünflächenamt geplanten Kronenschnitte für die 17 Platanen jetzt übernehmen. Das hilft schon, dass kleinere Laster wieder einfacher auf die Baustelle fahren können.