Steuer 2011

Eine Checkliste für (Ex-)Ehepaare

Die Kosten für Eheberatung können Sie nicht absetzen – die für einen Detektiv schon. Wer das Ende seiner Ehe verhindern möchte und mit seinem Partner zur Beratung geht, muss die Kosten dafür selbst tragen. Wer allerdings bereits getrennt lebt und fürchtet, dass der Andere (auch ihm zustehendes) Geld durchbringt, kann den Lohn für einen in der Sache ermittelnden Detektiv als außergewöhnliche Belastung anrechnen.

Erpressung? Nicht absetzbar! Sollte der Detektiv – oder auch eine andere Person – Sie selbst dann jedoch mit kompromittierenden Details aus Ihrem eigenen außerehelichen Leben und Lieben erpressen, dürfen Sie diese Folgekosten nicht dem Fiskus auflegen.

Selbst die Kosten für eine Scheidung sind abzugsfähig. Auch die Aufwendungen für ein Ehescheidungsverfahren (Gericht, Rechtsanwalt, Porto) sind bei der Steuer anrechenbar. Sie gelten als außergewöhnliche Belastungen. Und auch Folgekosten einer Scheidung – allerdings nicht die Kosten für einen Umzug ( siehe hier aber auch Teil II der Steuer-Serie ).

Lassen Sie Ihren Ex doch weiter bei sich wohnen. Der Unterhaltsverpflichtete kann Leistungen bis zu 13.805 Euro steuermindernd geltend machen (Sonderausgaben, Mantelbogen Zeile 44). Zumindest, wenn der Exgatte unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist und diese Einnahmen auch versteuert. Auch wer statt mit Geld, Unterhalt durch Sachleistungen gewährt, kann das berücksichtigen. Es kann sich also lohnen, den Ex in den eigenen vier Wänden leben zu lassen. Was für Mietzahlungen gilt, gilt übrigens auch für Policen. Auch sie können als erbrachte Sachleistungen gelten.