JVA Moabit

Häftling stirbt in Zelle an Rauchvergiftung

Offenbar Selbstmord: Thomas R. soll seine Zellentür mit Zahnpasta abgedichtet und dann einen Schwelbrand entfacht haben. Der seit Dezember 2011 Inhaftierte wäre 2014 entlassen worden.

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In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Moabit hat sich in der Nacht zu Dienstag ein Gefangener offenbar selbst getötet. Nach Angaben der Senatsjustizverwaltung wurde Thomas R. gegen halb sieben Uhr morgens leblos auf seinem Bett gefunden. Der Raum sei völlig verqualmt gewesen. Die Vollzugsbeamten riefen sofort einen Notarzt. Dieser konnte jedoch nur noch den Tod des 47-Jährigen feststellen.

Nach ersten Ermittlungen ist von einem Suizid auszugehen, hieß es in der Justizverwaltung. Thomas R. habe in einer Ecke der Zelle einen Schwelbrand entfacht. Zuvor habe er „mit großer Sorgfalt“ die Zellentür luftdicht mit Zahnpasta abgedichtet. So konnten die gefährlichen Gase nicht aus der Zelle entweichen. „Den vorläufigen Ergebnissen zufolge ist der Strafgefangene an einer Rauchgasvergiftung gestorben“, sagte Justizsprecher Arnd Bödeker. Der Brand konnte von den Vollzugsbeamten sofort gelöscht werden.

Was Thomas R. genau angezündet hatte, ist ungewiss. Die alarmierte Feuerwehr sei bereits nach neun Minuten in der JVA Moabit eingetroffen. Laut Justizverwaltung bestätigten die Rettungskräfte, dass aufgrund der Türabdichtung die Mitarbeiter keine Chance gehabt hatten, den Brand rechtzeitig zu bemerken. Weitere Inhaftierte seien zu keiner Zeit in Gefahr gewesen.

Laut Justizsprecher Bödeker dürfen die Häftlinge in ihren Zellen rauchen, Einwegfeuerzeuge seien daher gestattet. Die genauen Hintergründe der Selbsttötung sind noch unklar. Thomas R. habe laut Justizsprecher Bödeker zu keiner Zeit den Eindruck gemacht, einen Suizid begehen zu wollen. Er verbüßte seit dem 10. Dezember 2011 eine Haftstrafe wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Fahrens ohne Führerschein. Am 15. Mai 2014 wäre er entlassen worden.

Im vergangenen Jahr sind in Berliner Gefängnissen insgesamt sieben Häftlinge gestorben. In zwei Fällen war Suizid die Ursache, zwei Gefangene starben eines natürlichen Todes, ein weiterer durch Fremdverschulden. In zwei weiteren Fällen konnte die genaue Todesursache noch nicht ermittelt werden.