Initiative

Der Alexanderplatz soll sauberer werden

Anwohner, Gewerbetreibende und der Bezirk Berlin-Mitte haben einen Plan ausgearbeitet, damit der Alexanderplatz attraktiver, sauberer und sicherer wird. Das Areal rund um den Fernsehturm soll zum „Wohlfühl-Alex" werden.

Foto: dpa

Der Alexanderplatz und sein Umfeld sollen attraktiver, sauberer und sicherer werden. Daran wollen Anwohner, Gewerbetreibende, das Ordnungsamt, die Polizei und die Verwaltung weiter arbeiten. Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) und Michael Krömer, der Leiter der Polizeidirektion 3, unterschrieben am Freitag im Berliner Fernsehturm dazu einen Vertrag. Darin sind konkrete Vorhaben festgelegt. Das sogenannte Alex-Bündnis, in dem sich viele Partner engagieren wie die Berliner Stadtreinigung (BSR) und die TV Turm Alexanderplatz Gastronomiegesellschaft, hat sich für 2012 klare Ziele gesteckt.

Zahl der Konflikte soll eingedämmt werden

Als erstes soll die Alltagstauglichkeit des Platzes untersucht werden – und zwar mit dem Blick eines Fremden. Dazu wird „Service in the City“, eine Initiative der Berliner Wirtschaft und des Senats, eine Studie in Auftrag geben. Das Bündnis wird dann besprechen, ob eine bessere Beschilderung zur Orientierung nötig sein könnte. Außerdem hat sich das Bündnis vorgenommen, die Zahl der Konflikte einzudämmen.

Zwar existieren die freitäglichen Massenansammlungen von Jugendlichen schon seit einiger Zeit nicht mehr, weil die Polizei sie durch massive Kontrollen und diverse Platzverbote eindämmte. Der Alkoholkonsum ist aber immer noch ein Thema, um das sich auch die Mitarbeiter von Gangway kümmern. „Wir finden es gut, dass sich Jugendliche treffen können, haben aber auch Verständnis dafür, dass Bewohner Angst haben, durch eine Gruppe schwarz gekleideter Jugendlicher durchgehen zu müssen“, sagte Gangway-Sozialarbeiter Ulf Kahle-Siegel. Der Verein Gangway würde dort vermitteln. Der Alexanderplatz und auch die Grünanlagen seien für alle da.

Warten auf eine Toilette

Rolf Schulz vom Mieterbeirat Rathausstraße findet, dass das Bündnis schon einiges erreicht hat, auch wenn noch vieles im Argen liege. Die gemeinsamen Kontrollgänge von Polizei und Ordnungsamt hätten sich positiv ausgewirkt, Vandalismus und die Belästigung von Anwohnern durch alkoholisierte Jugendliche hätten abgenommen. Die Trinkgelage hätten sich allerdings in die Rathausstraße verlagert.

Dass die Initiative allerdings dreieinhalb Jahre brauchte, um beim ehemaligen Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) eine öffentliche Toilette durchzusetzen, findet Schulz doch enttäuschend. Trotzdem will er mit den Mitstreitern, die sich alle sechs Wochen treffen, weitermachen: Solange, bis das Areal rund um den Fernsehturm ein „Wohlfühl-Alex“ sei, sagte Schulz. Laut Polizei-Direktionsleiter Krömer ist der Alexanderplatz kein Kriminalitätsschwerpunkt. Die Raubdelikte seien mit 60 im Jahr sogar überraschend niedrig, Körperverletzung, Diebstähle würden sich ebenfalls im Rahmen halten.