Weiterführende Schulen

Bildungssenatorin vor erster Herausforderung

In nur dreineinhalb Wochen gibt es in Berlin Zwischenzeugnisse. Die Noten sind vor allem für die Schüler wichtig, die an eine weiterführende Einrichtung wechseln. Der Unmut von Eltern wie auch Kindern ist so gut wie sicher.

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Das neue Jahr beginnt in der Schule mit einem Endspurt. Denn in nur dreieinhalb Wochen gibt es Zwischenzeugnisse. Wer jetzt noch etwas an seinem Notenstand ändern will, der muss gleich in den ersten Tagen durchstarten.

Von besonderer Bedeutung sind die Noten für die Schüler der Grundschulen, die am Ende des Schuljahres an eine weiterführende Schule wechseln. Für die Sechstklässler werden die Förderprognosen erstellt, die nach der geänderten Aufnahmeregelung für die meisten Schulen bei Übernachfrage zum entscheidenden Auswahlkriterium geworden sind. Die Förderprognosen müssen in diesen Tagen in persönlichen Gesprächen mit den Eltern erläutert werden. Gemeinsam wägen Grundschullehrer und Eltern ab, ob das Gymnasium oder eher die Sekundarschule für das Kind in Frage kommen.

„Der Übergang zu den weiterführenden Schulen wird in den kommenden Wochen für Unmut sorgen“, sagt Günter Peiritsch, Sprecher des Landeselternausschusses. Das Aufnahmeverfahren, das nach den Ferien im Februar beginnt, könne zur ersten Feuerprobe für die neue Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) werden. Denn das Kriterium Wohnortnähe spielt – trotz der massiven Kritik im vergangenen Jahr – auch in diesmal keine Rolle. „Wir werden den Prozess sehr genau verfolgen und auch Transparenz in den Bezirken einfordern, was die Vergabe von Schulplätzen angeht“, sagt Peiritsch. SPD und CDU hatte sich im Koalitionsvertrag zwar darauf verständigt, die Aufnahmekriterien weiterzuentwickeln, allerdings erst nach den Anmeldungen im Februar.

Nachwuchslehrer wollen abwandern

An den Grundschulen wird zu Beginn des Jahres das Thema Jahrgangsübergreifendes Lernen (Jül) in den Schulkonferenzen dominieren. Eltern, Lehrer und Schulleitung können gemeinsam entscheiden, ob sie bei dem gemeinsamen Unterricht von Erst- und Zweitklässlern bleiben wollen oder nicht. In Kraft treten kann der Beschluss allerdings erst zum Schuljahr 2013/2014, denn die Anmeldungen für die ersten Klassen sind bereits gelaufen.

Die künftigen Erstklässler müssen jetzt ihre Schuleingangsuntersuchungen absolvieren. Im April erhalten die Familien dann Bescheid, an welcher Grundschule ihre Kinder einen Platz bekommen.

An den Sekundarschulen müssen die Schüler zum Halbjahr keine „Blauen Briefe“ mehr fürchten. Sitzenbleiben gibt es nicht mehr. Auch die Schüler der auslaufenden neunten und zehnten Jahrgänge der alten Real- und Hauptschulen können nicht mehr das Schuljahr wiederholen. Neu ist auch in diesem Jahr, dass sich die Lehrer von den Schülern bewerten lassen müssen. Anonym kreuzen die Schüler auf einer gesicherten Internetplattform Fragen zur Unterrichtsqualität an. Die Auswertung erhält allein der Lehrer. Das soll helfen, die Qualität zu verbessern.

Im Februar will Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) 350 Lehrer neu einstellen, um durch Rente oder Dauerkrankheit ausscheidende Kollegen zu ersetzen. Spannend wird, ob das gelingen kann, denn viele Nachwuchslehrer haben bereits angekündigt, in Bundesländer abwandern, wo sie verbeamtet werden.