Gewalt im Nahverkehr

Füße auf U-Bahn-Bank - Mann droht mit Waffe

Räuberische Erpressung, Körperverletzung, Raub und Selbstjustiz – so lautet die Bilanz der Straftaten im öffentlichen Personennahverkehr an Heiligabend. In Biesdorf bedrohte ein Unbekannter zwei Männer mit einer Pistole, weil sie ihre Füße auf die Sitzbank gelegt hatten.

In Biesdorf verschaffte ein noch unbekannter Mann seinem Ärger über zwei angetrunkene junge Männer in der U5 mit einer Pistole Luft. Als er in Begleitung einer Frau und eines anderen Mannes kurz nach Mitternacht an der Haltestelle Kaulsdorf-Nord in den Waggon gestiegen war, saßen die beiden 22 Jahre alten Männer bereits in dem Abteil. Beide hatten sie ihre Füße auf die Sitzbank gelegt. Die Aufforderung des Trios, die Beine von den Polstern zu nehmen, ignorierten sie. Daraufhin zog der Mann eine Pistole aus seinem Hosenbund und drückte die Waffe einem der beiden Männer an die Stirn. Seine Forderung: die Bahn binnen zehn Sekunden zu verlassen. Die zwei alkoholisierten Freunde verließen den Zug an der Station Elsterwerdaer Platz. Bevor sich der Zug wieder in Bewegung setzte, schoss der Täter noch in die Luft und fuhr mit der Bahn weiter. Die Bedrohten kamen mit dem Schrecken davon und informierten die Polizei.

Gegen 3.30 Uhr schlug ein Mann in Hellersdorf im U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord einen 19-Jährigen unvermittelt ins Gesicht und forderte seinen Hertha-Schal. Als der 19-Jährige sich weigerte, schlug der Mann erneut zu und forderte auch noch die Geldbörse des Opfers. Nach Angaben der Polizei konnte sich das Opfer unter weiteren Schlägen in ein Bistro retten. Der 22 Jahre alte Täter wurde wenig später von der Polizei in einer Diskothek nahe dem Tatort festgenommen.

Auf frischer Tat konnte die Polizei einen 22 Jahre alten Räuber in den Morgenstunden am Sonntag festnehmen. Kurz zuvor hatte er einen anderen Mann in der S5 in Spandau überfallen und ihm die Nase und das Jochbein gebrochen. „Eine Zeugin hatte den Überfall in der S-Bahn beobachtet und gegen 4.20 Uhr die Polizei alarmiert“, sagte ein Polizeisprecher. „Die Beamten entdeckten den blutenden Verletzten in einem Waggon, der Täter saß in einem anderen Wagen.“ Das erbeutete Handy hatte der Mann noch bei sich. Das Opfer kam in ein Krankenhaus, der Täter wurde der Kriminalpolizei übergeben.

Nach Einschätzung der Polizei fühlte sich am Sonntagabend in einem U-Bahnzug, der am Bahnhof Bundesplatz hielt, ein Jugendlicher von einem 21-jährigen Mann provoziert, weil der ihm offenbar zu lange ins Gesicht gesehen hatte. Der Jugendliche, der sich in Begleitung von zwei weiteren Personen befand, trat dem Mann in den Rücken, sodass der aus dem Zugabteil auf den Bahnsteig stürzte. Die anderen Täter traten weiter auf den am Boden liegenden Mann ein und flüchteten dann.

Wenige Minuten vor Mitternacht wurde ein 50 Jahre alter Busfahrer auf der Linie 124 in Wittenau Opfer eines aggressiven Fahrgastes. An der Haltestelle Wilhelmsruher Damm stieg der Unbekannte mit einem abgelaufenen Fahrschein in den Bus. Der BVG-Mitarbeiter forderte ihn auf, einen neuen Fahrschein zu kaufen, oder den Bus zu verlassen. Ohne Warnung schlug der Mann auf den Busfahrer ein und flüchtete unerkannt.