Berliner Pokerraub

Staatsanwalt will hohe Haftstrafe für Tippgeber

Der Drahtzieher des Berliner Pokerraubs ist bereits zu sechs Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Nun hat die Staatsanwaltschaft eine noch höhere Haftstrafe für den mutmaßliche Tippgeber beantragt.

Der mutmaßliche Tippgeber für den Berliner Pokerraub soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft siebeneinhalb Jahre hinter Gitter. Der 32-Jährige habe telefonisch den Startschuss gegeben und von der Beute profitiert, sagte der Staatsanwalt am Dienstag in seinem Plädoyer vor dem Berliner Landgericht. Der Angeklagte bestreitet, an dem Raubzug auf ein internationales Pokerturnier am 6. März 2010 im Luxushotel Hyatt beteiligt gewesen zu sein. Das Urteil soll voraussichtlich am kommenden Donnerstag verkündet werden; nach den Plädoyers der Verteidigung.

Bereits vor einer Woche war ein früherer Mitangeklagter als Drahtzieher vor Ort zu sechs Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Der 30-Jährige hatte seinem Geständnis nach die vier eigentlichen Räuber instruiert. Er hatte auch das Fluchtauto gefahren. Die vier Jugendlichen sind bereits zu Strafen bis zu drei Jahren und neun Monaten Haft verteilt worden. Sie hatten das Hotel am Potsdamer Platz samt Schreckschusswaffe und Machete gestürmt. Die Beute von rund 242 000 Euro wurde aufgeteilt. Der Großteil des Geldes ist bis heute verschwunden.

Der 32-Jährige hatte selbst an dem Turnier teilgenommen. Nach Überzeugung des Anklägers hatte er per Telefon einen günstigen Zeitpunkt für den Überfall signalisiert. Tausende Euro lagen offen und kaum abgesichert in einem Tresor des Hyatt. Der leichte Zugriff auf das Geld soll laut Staatsanwaltschaft strafmildernd bewertet werden.

Strafschärfend sei zu berücksichtigen, dass der Angeklagte und der bereits verurteilte Drahtzieher sich nicht selbst „die Finger schmutzig gemacht“ hätten. Beide seien relativ sicher im Hintergrund geblieben, während die Jugendlichen die „Drecksarbeit“ erledigen mussten.