Bessere Ausstattung gefordert

Berlins Eltern machen sich für Gymnasien stark

Der Landeselternausschuss will, dass Berlins Gymnasien zu Ganztagsschulen ausgebaut werden. Außerdem soll mehr Personal eingestellt werden. Das bisherige Bekenntnis des rot-schwarzen Senats reicht den Eltern nicht.

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Die Berliner Eltern machen sich für die Gymnasien stark. Sie fordern, diese Oberschulen deutlich besser mit Personal auszustatten und ihre Profilbildung zu unterstützen. Auch die Sanierung vieler Schulgebäude müsse vorangetrieben werden, heißt es in einem Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft Gymnasien im Landeselternausschuss (LEA). Laut Günter Peiritsch, Vorsitzender des LEA, soll dieses Papier am kommenden Freitag vom Landeselternausschuss verabschiedet und dann der neuen Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) übergeben werden.

Peiritsch betont, dass das Bekenntnis der Koalitionsparteien zum Erhalt der Gymnasien nicht ausreiche. „Wir fordern ein inhaltliches Bekenntnis zu dieser Schulform“, sagt er. Dazu gehöre, die Gymnasien zu Ganztagsschulen mit Mensabetrieb auszubauen und sie mit Sozialpädagogen auszustatten. So wie das auch bei den Sekundarschulen gemacht werde. Deren Aufbau dürfe nicht zulasten der Gymnasien gehen, so Peiritsch.

Abschaffung des Mittleren Schulabschlusses

Eine weitere Forderung der Eltern ist die Abschaffung des Mittleren Schulabschlusses am Gymnasium. Für die ohnehin stark belasteten Gymnasiasten sei der MSA in seiner jetzigen Form überflüssig und Zeitverschwendung, heißt es in dem Positionspapier. Zudem würden die Prüfungen Auswirkungen auf die gesamte Schule haben, da es zu Unterrichtsausfall komme und die Lehrer zusätzlich beansprucht seien.

Die Bildungsverwaltung müsse aber gleichzeitig dafür sorgen, dass Schüler, die das Gymnasium nach der zehnten Klasse verlassen wollen, die Möglichkeit haben, außerhalb der Schule den MSA abzulegen, etwa an einer Sekundarschule oder an der Volkshochschule.

Kritik an Übergang von der Grund- auf Oberschule

Kritik üben die Eltern auch daran, dass beim Übergang von der Grund- auf die Oberschule weiterhin nur die Noten ausschlaggebend sein werden, wenn es mehr Bewerber als Plätze gibt. Im vergangenen Jahr sind drei Viertel der 197 Oberschulen so verfahren. Die restlichen Schulen haben zusätzliche Kriterien entwickelt. Weitere 17 Schulen (zehn Gymnasien und sieben Sekundarschulen) haben sich in diesem Jahr entschlossen, bei der Auswahl der Schüler nicht nur auf die Zensuren zu achten. Elternsprecher Peiritsch hält das für unzureichend.

„Geplant war, dass alle Schulen sich im Fall der Übernachfrage eigene Aufnahmekriterien überlegen, die ihren Profilen entsprechen“, sagt er. Wenn die meisten nun doch nur den Notendurchschnitt zugrunde legen würden, entstehe keine ausgewogene Schülermischung und auch das jeweilige Profil könne nicht geschärft werden. „Stattdessen wird es Restschulen geben“, warnt er. Schon jetzt würden einige Sekundarschulen beklagen, dass sie es mit einer äußerst schwierigen Schülerschaft zu tun hätten und deshalb völlig überlastet seien.

Anmeldung zur weiterführenden Schule bis Februar

Eltern, deren Kinder im kommenden Schuljahr die siebte Klasse besuchen werden, müssen diese im Zeitraum vom 8. bis zum 22. Februar in der zuerst gewünschten weiterführenden Schule anmelden. Gleichzeitig können sie auch einen Zweit- und Drittwunsch angeben. Kinder, die auf ein grundständiges Gymnasium wechseln wollen (ab Klasse 5) müssen zwischen dem 27. Februar und dem 12. März angemeldet werden. Aufnahmekriterien werden nur relevant, wenn die Erstwunschschule mehr Bewerber als Plätze hat. In diesem Fall kann die Schule 60 Prozent ihrer Plätze aufgrund ihrer Aufnahmekriterien vergeben. 30 Prozent werden unter den Anmeldungen verlost, 10 Prozent für Härtefälle reserviert.

Der damalige Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) hatte die Oberschulen 2010 ausdrücklich ermuntert, neben dem Notendurchschnitt weitere Aufnahmekriterien aufzustellen, um ihre Profile zu schärfen. Dann war er aber zurückgerudert, weil befürchtet wurde, dass viele dieser zusätzlichen Kriterien nicht gerichtsfest sein könnten.