Luxusschnäppchen

Berliner Shoppingwütige stürmen H&M-Filiale

Die Modekette H&M startete am Donnerstag den Verkauf der Vesace-Kollektion. Viele Fans warteten schon in der Nacht vor der Filiale, um ein Designerstück zu ergattern. Weil etliche Teile schnell vergriffen waren, war der größte Andrang nach zwei Stunden auch schon wieder vorbei.

Foto: Marion Hunger

Deniz Deger (21) und Sinem Diken (22) frieren. „Wir stehen seit sechs Uhr an“, sagt Deniz Deger. Die Temperaturen konnten die Freundinnen dennoch nicht davon abhalten, sich in die Schlange vor der H&M-Filiale in der Friedrichstraße zu stellen. Die beiden Frauen freuen sich besonders auf den Schmuck und die Leggings, sagen sie. „Wir sind Mode- und Marken-Freaks, deshalb wussten wir gleich, dass wir mindestens ein Teil haben müssen.“

Seit 2004 entwirft jedes Jahr ein Designer eine Kollektion für H&M Nach Karl Lagerfeld und dem Modeunternehmen Lanvin kooperiert dieses Jahr die italienische Luxusmarke Versace mit der schwedischen Bekleidungsfirma . Die sonst sehr teuren Stücke sind so wesentlich günstiger zu bekommen. Schuhe kosten 99 Euro, ein Seidenkleid 129 Euro.

Es ist kurz vor acht Uhr. Die Verkäufer verteilen Getränke an die Wartenden, zwei Sicherheitsleute sorgen für Ordnung. Viele Fans haben sich schon in der Nacht vor die Filialen gestellt.

Massenabfertigung

Um acht Uhr öffnet das Geschäft in der Friedrichstraße dann seine Türen. Und die Traube von Menschen, mit Deniz Deger und Sinem Diken, drängt zu den begehrten Stücken.

Drinnen ist der Verkauf klar geregelt: Die Kunden bekommen Armbändchen, mit dem sie zu einer festgelegten Zeit in dem extra abgetrennten Bereich in der Filiale einkaufen können. Maximal 20 Personen dürfen in den Designerbereich – und mitnehmen dürfen sie höchstens eine Größe pro Artikel. In 15 Minuten müssen die Modefans ihre Wahl treffen, die Verkäufer informieren per Lautsprecher über die verbleibende Zeit.

In Deutschland verkauft H&M die Designermode in 18 Filialen und zwölf Städten. Außerdem sollten die Modefans die Kollektion auch online erwerben können. Doch am Donnerstag war der Andrang so groß, dass der Online-Shop lange Zeit nicht erreichbar war.

Gino Bohrmann (23) hat eine Jacke ergattern können: „Ich habe ein eher dezentes Stück gewählt. Die Farben sind mir sonst zu schrill und zu bunt. Eigentlich passt Versace gar nicht zu Berlin. Alles ein bisschen zu prollig.“ Trotzdem habe er die Gelegenheit nutzen müssen, ein Designerstück günstig kaufen zu können, sagt er. Für Julian Stoeckel (24) kann es nicht ausgefallen genug sein. Er hat sich den Anzug mit Zebramuster gekauft „Ich bin Schauspieler und auf dem roten Teppich braucht man exzentrische Kleidung“, sagt er. Und er fügt hinzu: „Ich habe mir jedes Teil geholt. Trotzdem ist es noch vergleichsweise billig.“

Dafür sogar geschwänzt

Bei den Damen gibt es Kleider und Gürtel in knalligen Farben, Taschen, Kissen und Decken mit Pailletten und Nieten bestückt, Seidentücher mit Leopardenprint. Für die Männer ist die Auswahl etwas kleiner, aber nicht weniger ausgefallen: Es gibt rosa Anzüge oder Zebramuster, T-Shirts mit Krokodilprint.

Katharine Schönleber (22) ist Studentin und schwänzt für den Verkaufsstart ihre Vorlesung: „Ich bin ein Fan von Donatella Versace und könnte mir ihre Mode sonst überhaupt nicht leisten. Ich hoffe, dass ich die Glitzer-Leggings noch bekomme.“

Nicht jeder Modefan konnte selber kommen: Marie Marossek (23) wurde von ihrer Freundin beauftragt, ein Kleid zu kaufen. Froh hält sie ihre Ausbeute, das Kleid mit rosa Herz, hoch.

Am Donnerstag war der erste große Andrang in den Filialen nach zwei Stunden vorbei. Weil manche Stücke schon nach anderthalb Stunden vergriffen waren. H&M will nachliefern, sagte eine Sprecherin. Und dann laufe die Aktion so lange, wie noch Teile zu haben sind.